Netzwerk Gesund ins Leben

"Baby-led weaning" kann klassische B(r)eikost ergänzen

"Baby-led-weaning" heißt ein neuer Trend in der Beikost. Die Befürworter sehen darin eine Methode, mit der Kindern seit Urzeiten der Übergang von der Muttermilch zur festen Nahrung gelingt. Baby-led weaning führt das Prinzip „Essen nach Bedarf“, welches das Baby vom Stillen kennt, konsequent fort. Ob Baby-led weaning zu einem besseren Ernährungsverhalten führt, sich der Säugling leichter an eine Vielfalt von Texturen und Geschmacksrichtungen gewöhnt und Übergewicht vorgebeugt werden kann, ist durch Studien kaum belegt, wie eine kritische Sichtung und Bewertung durch das Forschungsinstitut für Kinderernährung ergab.

Im Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) ist die Versorgung des Kindes durch Muttermilch beziehungsweise Säuglingsmilchnahung und jene durch die Breie so aufeinander abgestimmt, dass der kindliche Nährstoffbedarf gedeckt wird. Ein solches Konzept fehlt beim Baby-led weaning. Das Angebot an stückigen Lebensmitteln ist von Familie zu Familie unterschiedlich und das, was das Baby davon auswählt, ebenfalls. Die als Fingerfood in Frage kommenden Lebensmittel haben zudem meist eine geringe Energiedichte und die verzehrten Mengen an fester Kost sind eher klein. Muttermilch (oder Säuglingsmilchnahrung) bleibt weit ins zweite Lebenshalbjahr hinein die hauptsächliche Nährstoffquelle.

So lange die Sicherheit und Eignung von Baby-led weaning nicht geklärt ist, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben bei der Einführung der Beikost dem Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr des Forschungsinstituts für Kinderernährung zu folgen. „Der Ernährungsplan schließt Beikost als Fingerfood nicht aus.“, so Professor Claudia Hellmers Hebammenwissenschaftlerin im Netzwerk Gesund ins Leben. „Werden dem Säugling zusätzlich nährstoffreiche Lebensmittel in Stückchen angeboten, kann er sie mit allen Sinnen erfahren und spielerisch eine gesunde Ernährung entdecken. Auch für Babys, die Brei eher verweigern, kann dies ein Weg für eine gute Versorgung sein.“

(Pressemeldung, 14.4.2015)

Rubrik: 1. Lebensjahr

Erscheinungsdatum: 16.04.2015