Frühgeborene

Besseres Gedeihen bei elterlicher Pflege

  • Frühgeborene, die in der Klinik von ihren geschulten Eltern versorgt werden, nehmen schnellerzu.

  • Frühgeborene < 33+0 Schwangerschaftswochen, die nicht (mehr) beatmet werden müssen, und von ihren Eltern auf der Frühgeborenenstation versorgt werden, nehmen im Schnitt 8 % mehr zu als Kinder, die nur von den Pflegekräften versorgt werden.

    In einer cluster-randomisierten Multicenter-Studie mit 26 teilnehmenden Kinderkliniken in Kanada wurden 1.800 Frühgeborene untersucht. Dabei zeigte sich nach drei Wochen, dass Kinder, die von ihren geschulten Eltern betreut wurden, im Schnitt 2 g mehr am Tag zunahmen als die Kinder der Vergleichsgruppe.

    Die Eltern fütterten ihre Kinder selbst, maßen die Temperatur, füllten die Akte aus und gaben die oral verabreichte Medizin selbst. Lediglich Injektionen waren ausschließlich dem medizinischen Personal vorbehalten. Für diese Rundum-Pflege müssen die Eltern etwa sechs Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche in der Klinik präsent sein. Das heißt, sie brauchen dann dort auch die Möglichkeit, sich zum Schlafen hinlegen zu können. Auch die ausschließliche Stillrate war in der Gruppe höher, wenn die Mutter häufig selbst anlegen konnte (70 % vs. 63 %).

    Die ForscherInnen räumen aber ein, dass es nicht allein die elterliche Pflege, sondern die insgesamt größere Zugewandtheit dieser Eltern sei, die die Kinder besser gedeihen lasse. Solange es den Kindern nicht schade, sollte den Eltern die Option der eigenen Versorgung angeboten werden. Aber auch die geschulten Eltern profitierten von der eigenen Versorgung. Sie zeigten weniger Stresssymptome und Ängstlichkeit.

    Quelle:

    O'Brien K et al.: Effectiveness of Family Integrated Care in neonatal intensive care units on infant and parent outcomes: a multicentre, multinational, cluster-randomised controlled trial. The Lancet Child & Adolescent Health 2018. 8.2.2018. https://doi.org/10.1016/S2352-4642(18)30039-7 DHZ

     

     

     

    Rubrik: 1. Lebensjahr