Bayern

Corona bremst Aktionsprogramm aus

Die Corona-Krise verzögert die Pläne für bessere Arbeitsbedingungen in der freiberuflichen Geburtshilfe in Bayern. Zwar nimmt die Zahl der Hebammen seit Jahren zu. Doch den Personalmangel in der Geburtshilfe kann das nach Ansicht des Bayerischen Hebammen Landesverbands nicht beheben.

Nach Angaben des Ministeriums stieg die Zahl der selbstständigen Hebammen seit 2003 stetig auf mehr als 3.200 im vergangenen Jahr. Diese leiden nach einer Studie des Ministeriums vor allem unter dem großen Verwaltungsaufwand. Entlasten soll die Hebammen ein Aktionsprogramm, das Ministerium, Hebammenverband, Ärztekammer, Krankenhausgesellschaft und andere Institutionen Anfang des Jahres beschlossen hatten. »Leider hat die Corona-Pandemie die Pläne zeitlich zurückgeworfen«, sagte Gesundheitsministerium Melanie Huml (CSU).

Das Aktionsprogramm sieht unter anderem regionale Hebammenzentralen vor. Diese existieren allerdings nicht flächendeckend. Dem Ministerium zufolge gibt es diese bisher in 28 Städten und Landkreisen im Freistaat.

Eine Landeskoordinierungsstelle beim Landesamt für Pflege soll die Kommunen künftig dabei unterstützen, Hebammenzentralen einzurichten. Diese soll voraussichtlich im Frühjahr 2021 mit der Arbeit beginnen.

Seit Herbst 2018 erhalten Hebammen, die in Bayern mindestens vier Geburten pro Jahr betreuen, einen Bonus von 1.000 Euro. Mehr als 2.600 Anträge sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher eingegangen. Seit vergangenem Herbst zahlt der Freistaat freiberuflichen Geburtshelferinnen außerdem eine Niederlassungsprämie von 5.000 Euro. Fast 250 haben diese bisher beantragt.

Aus der Sicht des BHLV ist das nicht ausreichend: »Man muss bei einer Verbesserung der strukturellen Bedingungen ansetzen«, so die Vorsitzende Mechthild Hofner.

Quelle: dpa, 11.11.2020

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 25.11.2020