Sehr späte Schwangerschaft

Der Geburtsmodus ist altersabhängig

In einer retrospektiven Kohortenstudie aller Geburten in Kalifornien zwischen 2007 und 2011 untersuchten Forscherinnen um Sarah Osmundson die Geburtsmodi in Abhängigkeit vom Alter der Gebärenden. Die Studie wurde Anfang 2015 im American Journal of Obstetrics and Gynecology (AJOG) ((kursiv)) veröffentlicht. Aus einer Gesamtgruppe von 654.150 Frauen waren 343 Frauen zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes 50 Jahre alt oder sogar älter.

Die Anzahl der Erstgebärenden nahm mit zunehmendem Alter bis zum 45. Lebensjahr erwartungsgemäß ab, um danach wieder zuzunehmen. Die Anzahl von Mehrlingsschwangerschaften nahm mit zunehmendem Alter der Mütter ebenfalls erwartungsgemäß zu, da in diesem Alter zunehmend assistierte Reproduktionstechniken eingesetzt werden. Während der Anteil der Mehrlingsschwangerschaften in der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen 3,6 Prozent betrug, lag sie bei den über 50-Jährigen bei 47,5 Prozent (p < 0,001).

Die Sectiorate lag in der Gesamtkohorte bei 39,5 Prozent; in der Gruppe der über 50-jährigen Gebärenden betrug sie sogar 75,5 Prozent verglichen mit 35,8 Prozent in der Referenzgruppe der 30- bis 34-jährigen Mütter. In der Gruppe der älteren Gebärenden (über 50 Jahre) warteten deutlich weniger Frauen das Einsetzen der Wehen ab. Bei denjenigen, die Wehen hatten, war die Sectiorate dennoch dreimal höher als in der Referenzgruppe (Relatives Risiko/RR 3,26).

Mehrgebärende im fortgeschrittenen Alter mit Einlingsschwangerschaften gebären dagegen beinahe so oft vaginal wie per Sectio. Erstgebärende im fortgeschrittenen Alter mit Mehrlingsschwangerschaften entscheiden sich häufig für eine primäre Sectio. Verglichen mit jüngeren Frauen gebären Schwangere jenseits des 50. Geburtstags insgesamt signifikant häufiger per Sectio. 

(Osmundson, S et al: Mode of delivery in women of extremely advanced maternal age. AJOG 212(1):201–202. 2015/DHZ)

 

 

Rubrik: Geburt

Erscheinungsdatum: 19.01.2015