SARS-CoV-2 bei medizinischem Personal

Dosis beeinflusst Schwere der Infektion

Die exponierte Virendosis könnte mit entscheidend sein für die auffallend höhere Rate schwerer Erkrankungen bei medizinischem Personal. ÄrztInnen und Pflegekräfte erkranken – auch in jungen Jahren schon – offensichtlich häufiger schwer an Covid-19 als andere Bevölkerungsgruppen. So verstarb auch der chinesische Arzt Dr. Li Wenliang, der als einer der Ersten die neue Lungenerkrankung meldete, an Covid-19, obwohl er mit 34 nicht zur klassischen Hochrisikogruppe gehörte.

Die ChemikerInnen Joshua Rabinowitz und Caroline Bartman haben jetzt die Vermutung geäußert, dass die starke Virenexposition in der Arbeit mit Erkrankten dazu beitragen könnte, dass medizinisches Personal ungewöhnlich schwer erkrankt. Wie von anderen Viruserkrankungen bekannt sei, könne eine höhere Dosis an Viren mehr Schaden anrichten als kleinere Mengen, da das Immunsystem weniger Zeit habe, zu reagieren. Daher sei es wichtig, bei der Prävention vor allem die Infektion von Menschen mit höheren Virendosen zu vermindern, wie sie etwa entstehen, wenn Menschen mit Erkrankten in engen Räumen zusammenkämen oder wenn sie als Personal mit Erkrankten arbeiten müssten. Die Strategie der sozialen Distanz könne die virale Dosis, der eine Person ausgesetzt wird, verringern – und damit auch die Letalität von auftretenden Infektionen.

Quelle: https://www.nytimes.com/2020/04/01/opinion/coronavirus-viral-dose.html#click=https://t.co/cLwtyFvP1T · DHZ

Rubrik: Covid-19

Erscheinungsdatum: 07.04.2020