Querschnittsstudie aus den USA

Einleiten oder Abwarten nach vorausgegangener Sectio?

  • Die Wahrscheinlichkeit für eine vaginale Geburt ist einer Querschnittsstudie aus den USA zufolge in der Gruppe der Frauen höher, die bei 39+0 Schwangerschaftswochen eingeleitet wurden statt abzuwarten.

  • Soll eine Geburt bei Low-Risk-Gebärenden nach vorausgegangenem Kaiserschnitt eingeleitet werden oder soll eher abgewartet und auf eine Einleitung der Geburt verzichtet werden? Durchgeführt wurde zu dieser Frage eine Querschnittsstudie, in der die Daten der US Vital Statistics aus den Jahren 2016 bis 2021 evaluiert wurden (n=198.797). Verglichen wurde, wie häufig nach einer Einleitung der Geburt in der 39+0 Schwangerschaftswoche beziehungsweise nach einem abwartenden Vorgehen (bis 42+6 SSW) eine vaginale Geburt folgte. Zudem wurden die Outcome-Parameter von Neugeborenen und Müttern evaluiert.

    Bei 13 % (n=25.915) wurde eine Einleitung der Geburt in der 39+0 SSW durchgeführt. Bei 87 % (n=172.882) erfolgte ein spontaner Geburtsbeginn bis zur 42+6 SSW. Die Wahrscheinlichkeit einer vaginalen Geburt war bei den Frauen höher, die nach 39+0 SSW eine Geburtseinleitung hatten und betrug 38 % im Vergleich zu 31,8 % bei Frauen nach einem abwartenden Vorgehen.

    Gebärende hatten nach einer Einleitung der Geburt im Vergleich zum abwartenden Vorgehen jedoch gleichzeitig eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine vaginal-operative Geburt. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen der Rate an Uterusrupturen, peripartaler Hysterektomie oder Aufnahme auf die Intensivstation beobachtet. Auch bei den untersuchten Outcome Parametern des Neugeborenen (niedrige APGAR-Werte, Aufnahme auf die Neugeborenen-Intensivstation) wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Vergleichsgruppen gefunden.

    Die Autor:innen resümieren: Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede der mütterlichen und neonatalen Outcome-Parameter nach einer Geburtseinleitung bei 39+0 SSW im Vergleich zu einem abwartenden Vorgehen nach einer vorausgehenden Kaiserschnittentbindung. Jedoch war die Wahrscheinlichkeit für eine vaginale Geburt in der Gruppe der Frauen höher, die bei 39+0 SSW eingeleitet wurden. Sie empfehlen weitere Forschung, um mögliche Zusammenhänge besser evaluieren zu können.

    Quelle: Ukoha, E. P., Wen, T., & Reddy, U. M. (2024). Induction of labor versus expectant management among low-risk patients with one prior cesarean delivery. American journal of obstetrics and gynecology, S0002-9378(24)00661-6. Advance online publication. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2024.06.001 ∙ Beate Ramsayer/DHZ

    Rubrik: Geburt

    Erscheinungsdatum: 01.07.2024