Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

Engere Zusammenarbeit mit den Jugendämtern

  • Ein Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen soll die rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe weiterentwickeln.

  • Mit dem Entwurf für ein Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen will die Bundesre­gierung die rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe weiterentwickeln. »Ziel ist ein wirk­sa­mes Hilfesystem, das Kinder vor Gefährdungen schützt und Familien stärkt«, heißt es in dem Entwurf, der im Bundestag diskutiert wurde.

    Der ärztliche Sachverständige Jörg Fegert, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psy­chotherapie am Universitätsklinikum Ulm, begrüßte unter anderem, dass Angehörige der Heilberufe künftig Rückmeldungen vom Jugendamt erhalten sollen, wenn sie Meldungen zu gewichtigen Anhaltspunkten auf eine Kindeswohlgefährdung dorthin übermittelt haben. Grundsätzlich seien aber etwaige Meldepflichten für Angehörige der Heilberufe »unsinnig und kontra­in­diziert«, so Fegert. Überall dort, wo Pflichten eingeführt wurden, seien die Meldungen zurückgegangen.

    Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, die Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe mit wichtigen Akteuren im Kinderschutz auszubauen und zu verbessern. So wird die Mitverantwortung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung geregelt, und die Kooperation zwischen ÄrztInnen, Hebammen sowie Angehö­ri­gen von anderen Heilberufen und dem Jugendamt verbessert.

    Begrüßenswert ist laut Fegert auch der vorgesehene interdisziplinäre Ansatz, wonach die Person, die dem Jugendamt Daten übermittelt, wenn gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, in geeigneter Weise an der Gefährdungseinschätzung beteiligt werden soll. »Das kann die Meldebereitschaft von Angehörigen der Gesundheitsberufe gegenüber der Jugendhilfe erhöhen,« sagte der Kinderschutzexperte.

    Der Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Kinder- und Jugendstärkungsgesetz sieht weiter unter anderem vor, dass Eltern bei Hilfen außerhalb der eigenen Familie einen Rechtsanspruch auf Beratung, Unterstützung und Förderung ihrer Beziehung zum Kind erhalten sollen. Kinder und Jugendliche sollen darüber hinaus einen uneingeschränkten Anspruch auf Beratung durch die Kinder- und Jugendhilfe erhalten. Dazu ist geplant, Ombudsstellen gesetzlich zu verankern, um die Beteiligung junger Menschen und ihrer Eltern zu stärken.

    Quelle: aerzteblatt.de, 23.2.2021 · DHZ

    Rubrik: Beruf und Praxis

    Erscheinungsdatum: 24.02.2021