Medikation gegen Sodbrennen

Höheres Risiko für Knochenbrüche beim Nachwuchs?

In der Schwangerschaft ist ein gastroösophagealer Reflux, auch Sodbrennen genannt, eine häufige Begleiterscheinung des wachsenden Bauches. Die medikamentöse Hilfe dafür steht im Verdacht, zu Osteoporose und häufigeren Knochenbrüchen im höheren Alter zu führen.

In einer US-amerikanischen Studie wurde untersucht, ob die in der Schwangerschaft verordneten Medikamente mit gehäuften Knochenbrüchen bei ihrem Nachwuchs assoziiert sind.

Aus den Langzeitstudiendaten der Military Health System Data Repository wurden 378.150 Mutter-Kind-Paare ausgewählt. 3,3 % dieser Mütter hatten in der Schwangerschaft Antireflux-Medikamente erhalten. Es zeigte sich, dass die Kinder dieser Mütter sogar signifikant seltener Knochenbrüche erlebten (0,8% vs. 1,2%, RR = 0,7). Es zeigte sich kein Unterschied im Risiko für Knochenbrüche zwischen dem Histamin Typ 2 Rezeptor Antagonist zur Hemmung der Magensäuresekretion und den Protonenpumpenhemmern.

Allerdings zeigte sich eine erhöhte Frakturanfälligkeit bei Mehrlingen, deren Mütter Medikamente gegen Sodbrennen eingenommen hatten (RR = 1,38). Die Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie, Frühgeburtlichkeit oder hypotrophen Neugeborenen, mit chronischem Hypertonus, Geburtseinleitung oder Beckenendlagen zeigten nicht mehr Knochenbrüche als Kinder, deren Mütter diese Medikamente nicht einnahmen.

Zusammenfassend lässt sich darauf schließen, dass Antireflux-Medikamente in der Schwangerschaft sich klinisch nicht signifikant auf die Stabilität der kindlichen Knochen auswirken.

Quelle: Wolfe HL et al.: Prenatal use of medications for gastroesophageal reflux disease and early childhood fracture risk. Birth 2019. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/birth.12423 DHZ

Rubrik: Schwangerschaft

Erscheinungsdatum: 29.03.2019