Thüringen

Impfpriorität für Hebammen erwünscht

Der Thüringer Hebammenlandesverband hofft, dass auch Hebammen bei der Reihenfolge für Corona-Impfungen zügig berücksichtigt werden. »Das wäre sehr wünschenswert, weil wir mit einer vulnerablen Gruppe arbeiten«, so die Landesvorsitzende Annika Wanierke. Sie verwies zudem darauf, dass sich teils Hebammen in Kliniken schon auf Impflisten eintragen durften.
Für Schwangere selbst sind die Corona-Impfstoffe laut Ständiger Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut zunächst nicht zugelassen. Stattdessen gehören der Verordnung zu Corona-Impfungen des Bundesgesundheitsministeriums zufolge aber enge Kontaktpersonen von Schwangeren zumindest zu dem Kreis, der mit hoher Priorität Anspruch auf die Schutzimpfung hat.
Zu Spekulationen darüber, ob die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Aufforderungen, zu Hause zu bleiben, zu einem Anstieg bei der Geburtenrate führen könnte, will sich Wanierke derweil nicht hinreißen lassen. Dazu sei es noch zu früh.
Andrea Lesser, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde am Eisenacher St. Georg Klinikum und stellvertretende Vorsitzende des Thüringer Landesverbands des Berufsverbands der Frauenärzte, rechne eher mit dem Gegenteil, dass die Familienplanung deutlich zurückhaltender angegangen werde. Verlustängste, Arbeitslosigkeit und andere existenzielle Sorgen beschäftigten viele Menschen in der Pandemie.

Quelle: dpa, 19.1.2021 DHZ

 

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 19.01.2021