Sachsen

Kamera erhöht Qualität bei der Versorgung Frühgeborener

  • Ein Neonatologe und eine Fachkrankenschwester übernehmen die Versorgung von zu früh oder krank geborener Kinder immer dann, wenn deren Vitalfunktionen unzureichend sind.

  • Zu früh oder krank geborene Kinder besitzen bei nach der Geburt notwendigen lebenserhaltenen Maßnahmen ein erhöhtes Risiko, Organschäden zu erleiden. Insbesondere Lunge, Gehirn und Augen sind anfällig. Um in diesen kritischen Momenten die höchstmögliche Qualität ärztlichen Handelns zu sichern, hat ein Ärzteteam der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein System entwickelt, mit dem sich die Erstversorgung der Babys anhand von Videoaufnahmen analysieren lässt. Die Ergebnisse dieser Qualitätssicherung sind vielversprechend: Nachdem das System in Form von strukturierten Feedbacks und in der Weiterbildung in dem Fachbereich für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin etabliert wurde, sank die Rate der chronischen Lungen- und Augenerkrankungen deutlich. Mittlerweile haben sechs andere Kliniken, unter anderem in Polen und Portugal, das Verfahren übernommen. Das „Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.“ zeichnete das Dresdner Ärzteteam um Prof. Mario Rüdiger und Dimitrios Konstantelos für ihr Projekt mit dem zweiten Platz des diesjährigen Deutschen Preises für Patientensicherheit aus.

    Durch die im Rahmen des prämierten Projekts aufgezeichneten Videos der Erstversorgung der Frühgeborenen konnte das Ärzteteam zu Forschungs- und Schulungszwecken analysieren, ob die Versorgung der Frühchen bei allen Maßnahmen jeweils den Vorgaben der geltenden Leitlinien entsprachen. Je nach Situation, Ausbildung und Erfahrungsschatz variierten die Abläufe, ohne dass dies regelmäßig thematisiert, diskutiert und damit auch überprüft wurde.

    Deshalb werden in der Dresdner Uni-Kinderklinik seit Ende 2011 Erstversorgungen im Kreißsaal aufgezeichnet. Diese Aufnahmen stehen danach im Mittelpunkt von Teambesprechungen. Um dabei personenunabhängig urteilen zu können, sind auf den Videos lediglich die Hände des Notfallteams sowie das Baby zu sehen. Damit schaffen die Aufnahmen optimale Vorrausetzungen für ein effektives Risiko- beziehungsweise Fehlermanagement.

    (www.uniklinikum-dresden.de/kik, 17.4.2015)

    Rubrik: Regionales

    Erscheinungsdatum: 13.05.2015