Geburt

Kontinuierliche versus intermittierende Oxytocingabe

  • Die intermittierende ist der kontinuierlichen Gabe von Oxytocin während der Geburt in einigen Punkten überlegen, jedoch nicht hinsichtlich der Geburtsdauer.

  • Am Regionalkrankenhaus in Randers, Dänemark, wurde in einer kontrolliert randomisierten Studie untersucht, ob es sinnvoller ist, Oxytocin während der aktiven Geburtsphase durchgehend oder in Intervallen zu verabreichen.

    Dazu wurden 200 Frauen mit Einlingsschwangerschaften in Schädellage, die Oxytocin zur Einleitung oder Wehenstimulation benötigten, bevor der Muttermund (MM) vier Zentimeter geöffnet war, in zwei Gruppen aufgeteilt. Ab einer Muttermundseröffnung von fünf Zentimetern wurde dann entschieden, ob die Frau die Infusion kontinuierlich oder mit Unterbrechungen bis zur Geburt des Kindes erhielt.

    Gemessen wurden dann: die Dauer der gesamten aktiven Geburtszeit, gemessen ab einer MM-Weite von fünf Zentimetern bis zur Geburt, der Geburtsmodus, uterine Überstimulation, Abweichungen der fetalen Herzfrequenz, postpartale Blutungen und das neonatale Outcome.

    Es zeigte sich, dass sich bei der intervallartigen Oxytocingabe die aktive Geburt im Schnitt um 41 Minuten verlängerte bei den Frauen, die vaginal geboren haben (125 Minuten versus 88 Minuten im Median). Die Häufigkeit von CTG-Abweichungen (51% vs. 20%) war eindeutig höher in der Gruppe mit der kontinuierlichen Oxytocingabe, ebenso die uterine Hyperstimulation (12% vs. 2%). Tachysystolien, Sectio, postpartale Blutungen, Dammrisse III. und IV. Grades und ein schlechteres neonatales Outcome waren aber nicht signifikant höher bei der kontinuierlichen Oxytocingabe.

    Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass die intermittierende Oxytocingabe geburtshilfliche Vorteile aufweist, dafür aber eine längere Geburtszeit in Kauf genommen werden muss.

    (Bor, P.; Ledertoug, S.; Boie, S.; Knoblauch, N.O.; Stornes, I.: Continuation versus discontinuation of oxytocin infusion during the active phase of labour: a randomised controlled trial. BJOG. 26.8. 2015; DOI: doi: 10.1111/1471-0528.13589. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26309128/DHZ)

    Rubrik: Geburt

    Erscheinungsdatum: 21.09.2015