Sachsen

Mit maßgeschneiderten Enzymen Gendefekte beheben

  • Das Team des Dresdner Start-ups RecTech um Prof. Dr. Frank Buchholz und Dr. Anne-Kristin Heninger hat eine Plattformtechnologie entwickelt, mit deren Hilfe sich Rekombinase-Enzyme für das menschliche Genom maßschneidern lassen.

  • Dem Team eines Dresdner Start-up-Unternehmens um Prof. Frank Buchholz und Dr. Anne-Kristin Heninger ist es gelungen, die Businessplan-Phase des Wettbewerbs Science4Life Venture Cups als Zweiplatzierte zu beenden. Das Start-up hat eine Plattformtechnologie entwickelt, mit deren Hilfe sich Rekombinase-Enzyme für das menschliche Genom maßschneidern lassen. Mit diesem Gen-Editierungsverfahren will das Unternehmen neue Therapieansätze für genetisch bedingte und bisher unheilbare Krankheiten vorantreiben.

    Heute sind mehr als 8.000 Genmutationen bekannt, die unheilbare, von einem einzelnen Gen ausgelöste Krankheiten verursachen. Durch den Einsatz der in Dresden entwickelten Designer-Rekombinasen könnten diese genetischen Defekte korrigiert und somit bisher nicht heilbare Krankheiten erfolgreich therapiert werden. Darüber hinaus bietet das Genome-Editing völlig neue Heilungsmöglichkeiten für andere Krankheiten, wie Virusinfektionen.

    Um Genome-Editing-Ansätze in die klinische Praxis zu bringen, ist es von größter Bedeutung, dass die verwendeten Werkzeuge sicher sind und das Genom nicht auf unbeabsichtigte Weise verändert wird. Designer-Rekombinasen haben hierbei die Fähigkeit, DNA im Organismus zu schneiden und spezifisch wieder zusammenzusetzen, ohne auf zelluläre DNA-Reparaturmechanismen angewiesen zu sein. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Technologien liegt weiterhin darin, dass Rekombinasen große strukturelle Genom-Veränderungen korrigieren können, was bisher noch nicht möglich war. Sie bieten eine präzise und vorhersagbare Modifikation des Genoms, was sie für therapeutische Eingriffe besonders geeignet macht. Die dafür nötige Plattformtechnologie zu etablieren und gewinnbringend zu vermarkten, beschreibt die innovative Geschäftsidee des Projektes.

    Das Dresdner Team war nun auch in den Folgerunden des Wettbewerbs erfolgreich und konnte die Juroren von seinem innovativen Business Plan überzeugen. Das junge Unternehmen belegte den 2. Platz in der Business Plan Phase. Dieser ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert.

    Quelle: Technische Universität Dresden, 13.7.2021 · DHZ

    Rubrik: Medizin & Wissenschaft

    Erscheinungsdatum: 13.07.2021