Randomisiert-kontrollierte Studie

Oxytocin vor oder nach der Plazentageburt?

Postpartale Hämorrhagien werden von allen GeburtshelferInnen gleichermaßen gefürchtet, sind sie doch weltweit für die meisten peripartalen Todesfälle verantwortlich.

In einer randomisiert-kontrollierten Studie wurden 343 Frauen in zwei Gruppen aufgeteilt. In Gruppe 1 erhielten die Gebärenden 10 iE Oxytocin intramuskulär innerhalb der ersten Minute nach der Geburt des Kindes und in Gruppe 2 unmittelbar nach der Geburt der Plazenta.

Als Grenze zur Hämorrhagie wurde ein Blutverlust von 500 ml definiert. Die Häufigkeit des Auftretens unterschied sich in beiden Gruppen nicht signifikant (4,1 % vs. 5,8 %, p > 0,05). Auch der mittlere Blutverlust von 192 ml in Gruppe 1 und 199 ml in Gruppe 2 unterschied sich nicht. Entsprechend zeigten sich auch keine Unterschiede beim Hämoglobin und Hämatokrit nach 24 Stunden post partum. Auch bei zusätzlich notwendigen Oxytocingaben, manuellen Plazentalösungen, Kürettagen, Transfusionen oder Atonien fanden sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Lediglich die Dauer der Plazentarperiode verkürzte sich in Gruppe 1 signifikant.

Das bedeutet, dass sich der Zeitpunkt der Oxytocingabe nicht auf die Häufigkeit und das Ausmaß von Hämorrhagien auswirkte.

Quelle:

Yildirim D., Ozyrek SE. Intramuscular oxytocin administration before vs. after placental delivery for the prevention of postpartum hemorrhage: A randomized controlled prospective trial. EJOG. Vol. 224. 47–51. 2018. http://www.ejog.org/article/S0301-2115(18)30107-6/fulltext DHZ

Rubrik: Geburt