Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober

Schuppenflechte in der Schwangerschaft interdisziplinär und engmaschig behandeln

  • Die Behandlung schwangerer Psoriasis-Patientinnen ist komplex, aber gut möglich, wenn sie engmaschig und interdisziplinär erfolgt.

  • An Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt, leiden in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung ist durch rote, schuppende Hautveränderungen mit oder ohne Juckreiz gekennzeichnet und verläuft in Schüben. Zur Behandlung der Psoriasis vulgaris (PV), der häufigsten Form der Schuppenflechte, stehen seit einigen Jahren gut wirksame und sichere Systemtherapien zur Behandlung der mittelschweren und schweren Form zur Verfügung.

    »Die Psoriasis-Behandlung von schwangeren und stillenden Frauen sowie Frauen mit Kinderwunsch ist herausfordernd, denn die Therapie soll nicht nur der Mutter helfen, sondern auch dem Kind nicht schaden«, erklärt Dr. med. Galina Balakirski, Oberärztin am Zentrum für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie am HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal. Da es kaum Studien zu Schwangeren mit Psoriasis gebe, basiere die Therapiewahl auf der ärztlichen Erfahrung, den Fachinformationen und der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur.

    »Die wichtigste Botschaft ist sicherlich, dass eine Schuppenflechte eine Schwangerschaft nicht ausschließt«, betont Balakirski. Unabhängig davon, wie stark die Erkrankung ausgeprägt sei, sollte die Schwangere auf jeden Fall interdisziplinär und engmaschig behandelt werden. »Klinische Erfahrungen zeigen, dass sich der mit der Schwangerschaft einhergehende Hormonschub positiv auf den Verlauf der Psoriasis auswirkt. Das trifft jedoch nicht auf alle erkrankten Frauen zu. Bei etwa einem Viertel muss mit einer Verschlechterung des Hautzustandes beziehungsweise der Hauterkrankung gerechnet werden«, erklärt die Dermatologin. Eine erhöhte Krankheitsaktivität in der Schwangerschaft kann zu Komplikationen wie beispielsweise Frühgeburtlichkeit oder einem geringen Geburtsgewicht des Kindes führen.

    »Die Behandlung schwangerer Psoriasis-Patientinnen ist komplex. Wir empfehlen Ärzt:innen daher, das Thema Kinderwunsch früh bei ihren Patientinnen der entsprechenden Altersgruppe anzusprechen. Dann werden mitunter andere ›Behandlungsweichen‹ gestellt und die Therapie gleich mit einem TNF-α-Blocker gestartet«, ergänzt Prof. Dr. med. Silke Hofmann, Chefärztin des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, am HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal. Zudem sei es sehr wichtig, den Austausch mit anderen behandelnden Ärzt:innen wie beispielsweise aus der Gynäkologie und Geburtshilfe zu suchen.

    Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), 18.10.23 · DHZ

    Rubrik: Schwangerschaft

    Erscheinungsdatum: 25.10.2023