HIV-Infektion

Virusinfektion eines Babys gestoppt

  • Die antivirale Therapie hat in Kalifornien bei einem Mädchen, das sich im Mutterleib bereits HIV infiziert hatte, angeschlagen: Es ist nun HIV-negativ getestet worden.

  • Amerikanischen ÄrztInnen ist offenbar die sogenannte funktionelle Heilung eines Babys gelungen, das mit dem HI-Virus infiziert war. Das Mädchen aus Kalifornien hatte sich den Aidserreger im Mutterleib zugezogen und wurde bereits vier Stunden nach der Geburt erstmals behandelt. Es ist der zweite Fall, der zeigt, dass eine frühe Therapie das Virus aufhalten kann.

    2013 hatten Wissenschaftler erstmals von einem solchen Erfolg bei einem Mädchen aus dem US-Bundesstaat Mississippi berichtet. Damals wurde das Virus mit Hilfe von antiretroviralen Medikamenten zurückgedrängt, die bereits in den ersten Lebensstunden verabreicht wurden, erklärte Deborah Persaud von der Johns Hopkins School of Medicine. Das Kind sei inzwischen dreieinhalb Jahre alt und brauche seit zwei Jahren keine antiretroviralen Medikamente mehr.

    Die aggressive, frühe Therapie habe nun auch im aktuellen Fall in Kalifornien funktioniert: „Das Kind ist jetzt HIV-negativ“, sagte Persaud. In seinem Blut seien die Viren nicht mehr nachweisbar. Von einer vollständigen Heilung wollen die MedizinerInnen aber noch nicht sprechen. Das Mädchen bekomme nach wie vor einen Cocktail aus drei Medikamenten.

    Auf einer Konferenz zu Retroviren und ähnlichen Infektionen erklärte Persaud, die frühe Therapie mit antiretroviralen Medikamenten könne die Gesundheit von Kindern verbessern, wies aber auch darauf hin, dass es in dem Bereich noch Forschungsbedarf gebe. „Der einzige Weg, wie wir zeigen können, dass die Kinder vollkommen geheilt sind, ist, die Therapie abzusetzen. Das ist nicht ohne Risiko“, so die Medizinerin. „Wir müssen die Fälle nutzen, um aus ihnen zu lernen.“

    Im nächsten Schritt sollen in einer klinischen Studie bis zu 60 Babys, die mit einer HIV-Infektion zur Welt kommen, in den ersten 48 Stunden nach ihrer Geburt mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden. Sollte die Studie erfolgreich verlaufen, könnten die Leitlinien zur Behandlung aller 250.000 jährlich mit HIV geborenen Kinder neu geschrieben werden.

    (spiegelonline.de, 6.3.2014; DHZ 4/2014)