Nordrhein-Westfalen

Entscheidungshilfe für Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko

In Nordrhein-Westfalen stehen etwa 750 bis 1.500 Frauen pro Jahr vor schweren Entscheidungen: Aufgrund einer familiär bedingten Genmutation haben sie ein stark erhöhtes Risiko, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Sie müssen zwischen verschiedenen Handlungsalternativen entscheiden, die von Abwarten über die Durchführung intensiver Früherkennungsmaßnahmen bis zur prophylaktischen Brustamputation oder Entfernung der Eierstöcke reichen kann.

Im Rahmen des Weltkrebstages am 4. Februar wies Gesundheitsministerin Barbara Steffens auf das vom Land geförderte Projekt „Entscheidungshilfe bei genetisch bedingtem Brustkrebs“ hin, das bundesweit erstmals eine Entscheidungshilfe erarbeitet, die betroffene Frauen bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise ihrer individuellen Situation unterstützt. „Neben medizinischen Fakten und ärztlicher Beratung wollen wir den Frauen ein strukturiertes Informationsangebot bieten, so dass sie ihre individuellen Wertvorstellungen, persönliche Lebenssituation sowie familiäre und psychische Aspekte systematisch in die Entscheidung mit einbeziehen können. Ausgangspunkt sind die Bedürfnisse der Betroffenen, nicht Behandlungsabläufe oder medizinische Fachbereiche. Ziel ist es, Entscheidungskonflikte zu minimieren, so dass die Frauen auch langfristig möglichst gut mit der belastenden Situation und den von Ihnen getroffenen Entscheidungen umgehen können“, so Steffens weiter.

Das Projekt wird über drei Jahre vom Landeszentrum Gesundheit mit insgesamt 218.000 Euro gefördert.

(Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, 2.2.2017)

Rubrik: Regionales