Kohortenstudie aus Großbritannien

Ältere Mütter, klügere Kinder?

  • Die Kinder von älteren Müttern wachsen heute meistens in besseren sozioökonomischen Verhältnissen auf als vor 40 Jahren – das spiegelt sich in ihrer kognitiven Entwicklung wider.

  • Früher war nicht alles besser: Im Gegensatz zu vor 40 Jahren zeigen Kinder älterer Mütter heute deutlich bessere Ergebnisse in kognitiven Tests als die Kinder jüngerer Mütter. Das bestätigen Untersuchungen des Max Planck Instituts für Demografie ebenso wie die der London School of Economics and Political Science.

    Ältere Mütter sind heute besser ausgebildet als die jüngeren, sie rauchen seltener und haben sich in ihren Berufen bereits etabliert. Das war früher nicht unbedingt vergleichbar. Die Zahl der Frauen, die heute ihr erstes Kind jenseits des 40. Lebensjahres bekommt, ist außerdem deutlich größer geworden. Die guten Lernergebnisse der erstgeborenen Kinder resultieren aus den besseren Ressourcen der Frauen und der größeren Aufmerksamkeit, die diese im Gegensatz zu Nachgeborenen erhalten können.

    In den Geburtsjahrgängen 1958 bis 1970 sind es die Kinder der 25- bis 29-jährigen Mütter, die einen Vorteil gegenüber den Kindern der 35- bis 39-jährigen Mütter zeigen. In der Kohorte der 2001 Geborenen profitieren die Kinder der Mütter über 40 am meisten.

    Wenn die Daten um die sozioökonomischen Verhältnisse der Mütter bereinigt werden, verschwinden die Unterschiede allerding fast. Das bedeutet, dass der Vorteil der älteren Mütter tatsächlich in ihrem sozialen Status zu sehen und nicht auf einer physiologischen Ebene zu suchen ist.

    (Goisis A, Schneider DC, Myrskyl M: The reversing association between advanced maternal age and child cognitive ability: evidence from three UK birth cohorts. International Journal of Epidemiology 2017. https://academic.oup.com/ije/article/2977842/The/DHZ)