3. Interprofessioneller Ausbildungskongress für Lehrende in Gesundheitsfachberufen

Best-Practice-Beispiele sowie neue Lehr- und Lernformen

An der Fachhochschule Bielefeld wurde am 9. März der „3. Interprofessionelle Ausbildungskongress für Lehrende in Gesundheitsfachberufen“ mit rund 350 TeilnehmerInnen und 70 ReferentInnen eröffnet. Zwei Tage lang wurde intensiv über die Aufgaben der Lehrenden in Gesundheitsfachberufen, insbesondere über didaktische Konzepte im Rahmen der Lehrtätigkeit, diskutiert. Der Fachkongress war eine gemeinsame Veranstaltung der FH Bielefeld mit der Universität Osnabrück und der Hochschule für Gesundheit in Bochum.

Die versammelten Lehrenden von berufsfachschulischen sowie hochschulischen Ausbildungsinstitutionen kamen aus unterschiedlichen Berufssparten. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden waren ebenso vertreten wie Hebammen, Diätassistenten und Fachkräfte in der Augenheilkunde. Studierende aus berufspädagogischen Studiengängen rundeten das Fachpublikum ab.

In der Gesundheitsversorgung arbeiten Gesundheitsfachberufe schon jetzt in sogenannten „interprofessionellen Teams“ zusammen, man schaut also über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinaus. Die BerufspraktikerInnen könnten bereits in den Ausbildungsprogrammen auf eine interprofessionelle Kooperation vorbereitet werden, indem gleiche Lerngegenstände gemeinsam erarbeitet sowie die Behandlung spezifischer Gesundheitsprobleme gemeinsam entwickelt werden.

In insgesamt 36 Vorträgen und Workshops standen didaktische Ansätze für die theoretische sowie für die praktische berufliche Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen im Mittelpunkt. Es wurden sowohl Best-Practice-Beispiele, neue Lehr-Lernformen als auch Organisationsformen von Bildungsprozessen vorgestellt.

Der Kongress schloss mit einer Podiumsdiskussion über „Strukturen, Konzepte, Inhalte – Impulse für eine zukünftige Ausbildung im Gesundheitswesen“, die von Prof. Dr. Ursula Walkenhorst von der Uni Osnabrück sowie Thomas Evers moderiert wurde.

Der Kongress fand vor dem Hintergrund statt, dass die angesprochenen Berufe in Deutschland nahezu vollständig aus dem öffentlichen Berufsbildungssystem ausgegliedert sind und überdies eine geringe Regelungsdichte der Ausbildungen vorliegt. Dies führe zu Bedingungen, unter denen sich das Lehren und Lernen von anderen Berufsausbildungen erheblich unterscheide. Dass die Lehrenden in den Gesundheitsfachberufen enger zusammenarbeiten, scheint deshalb notwendiger denn je.

(Fachhochschule Bielefeld, 13.3.2017)