Sexualpraktiken und Inkontinenz

Analsex als Risikofaktor für Stuhlinkontinenz

Eine über mehrere Fachbereiche hinausgehende Studie an der Universität Illinois (Illinois Women's Health Registry) hat den Zusammenhang zwischen praktiziertem Analsex (anal penetrative intercourse/API) und Beckenbodenproblemen, speziell Stuhlinkontinenz untersucht.

Die 1.003 Teilnehmerinnen zwischen 31 und 61 Jahren wurden anonym nach ihren sexuellen Praktiken und ihren Beckenboden-, Blasen- und Stuhlproblemen befragt. 80 Prozent von ihnen waren weiße Frauen, 56 Prozent waren verheiratet und 99 Prozent gaben an, im Befragungszeitraum sexuell aktiv zu sein.

32 Prozent gaben Analsex im letzten Jahr und 12 Prozent gaben ihn als Teil ihrer sexuellen Praktiken an. 60 Prozent zeigten Probleme mit der Blase, 70 Prozent berichteten über Probleme mit dem Stuhlgang und 16 Prozent sind stuhlinkontinent. Von den Frauen, die Analsex praktizieren, berichteten 18 Prozent über eine veränderte Stuhlkonsistenz und 10 Prozent von ihnen gaben an, dass dies zu Inkontinenzsymptomen führe.

Die Frauen, die innerhalb des letzten Monats Analsex praktizierten, gaben signifikant mehr Beschwerden auf dem Stuhlinkontinenzfragebogen (fecal incontinence severity index - FISI) und signifikant häufiger Stuhlinkontinenz an (28,3% vs. 14,4%).

Vor allem Frauen, die beim vaginalen Sex Beschwerden wie Dyspareunie und Frauen, die Probleme mit der Blase, wie Dranginkontinenz oder Dysurie (schmerzhafte Blasenentleerung) haben, weichen häufiger auf Analsexpraktiken aus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen, die Analsex praktizieren, ein signifikant erhöhtes Risiko für Darmprobleme haben, die durch die Häufigkeit beeinflusst werden.

(Geynisman-Tan J et al.: Anal Penetrative Intercourse as a Risk Factor for Fecal Incontinence. Female Pelvic Medicine & Reconstructive Surgery 2017. http://journals.lww.com/jpelvicsurgery/Abstract/publishahead/Anal_Penetrative_Intercourse_as_a_Risk_Factor_for.99746.aspx/DHZ)