Beckenbodentraining

Geburtsverletzungen wirksam vorbeugen

  • Beckenbodenübungen in den letzten Wochen vor der Geburt lohnen sich: Die Geburten verlaufen leichter und es gibt weniger Verletzungen.

  • In einer einfach verblindeten, quasi randomisierten Studie im spanischen Sevilla wurde untersucht, ob Beckenbodentraining in der Schwangerschaft Geburtsverletzungen vorbeugt. Dafür wurden 466 Schwangere mit Einlingsschwangerschaft ab der 32. Schwangerschaftswoche (SSW) randomisiert in eine Standardversorgungsgruppe und eine Interventionsgruppe eingeteilt.

    Die Frauen in der Interventionsgruppe wurden gebeten, ab der 32. SSW täglich Beckenbodenübungen zu machen und eine Beckenbodenmassage durchzuführen. Die andere Gruppe bekam diese Empfehlungen nicht. Diese Frauen wurden alle einer von drei Hebammen für die Geburt zugeteilt, um die hebammenindividuelle Betreuung so gering wie möglich zu halten. Bei den Frauen, die sowohl Training als auch Massage anwendeten, fanden sich 31,63 Prozent weniger Episiotomien (50,6% vs. 82,2%), signifikant mehr Frauen mit intaktem Perineum (17,6% vs. 6,9%) und weniger Dammrisse III. (5,2% vs. 13,1%) und IV. Grades (0,5% vs. 2,5%).

    Die Frauen der Interventionsgruppe klagten auch postpartum über signifikant weniger Schmerzen im Bereich des Dammes (24,6% vs. 36,3%). Sie benötigten weniger Schmerzmittel im frühen Wochenbett (21,1% vs. 30,8%). Alle Unterschiede sind statistisch signifikant.

    Es zeigten sich keine Unterschiede im neonatalen Outcome beider Gruppen.

    Resümee: Ein Programm aus Beckenbodentraining und Massage hilft, Geburtsverletzungen bei Erstgebärenden vorzubeugen. Es sollte daher allen Schwangeren ab der 32. SSW angeraten werden.

    (Leon-Larios F et al.: Influence of a pelvic floor training programme to prevent perineal trauma: a quasi-randomised controlled trial. Midwifery 2017. im Druck http://dx.doi.org/10.1016/j.midw.2017.03.015/DHZ)