Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

„Baby-led weaning“ in Frage gestellt

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät vom Baby-led weaning ab. Dr. Josef Kahl, BVKJ-Pressesprecher: „Für eine gute Versorgung ist ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig. Dieses kann bei Säuglingen, die ‚von der Hand in den Mund‘ leben, auf der Strecke bleiben. So kann es zum Beispiel sein, dass das Kind nicht genug Eisen aufnimmt. Denn die Eisenspeicher der Babys sind schon kurze Zeit nach dem Abstillen praktisch leer. Wenn das Kind dann nur an einem Stück Fleisch saugt, bekommt es kaum Eisen.

Eltern sollten sich in der Beikost daher weiterhin an dem bewährten und sicheren Ernährungsplan orientieren, wie ihn etwa das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt. Unter dem Schutz der Muttermilch sollen ab Beginn des fünften Monats nach und nach zunächst Brei, dann neue Nahrungsmittel wie Getreide, Gemüse, Obst, und Fleisch eingeführt werden. Das Risiko, eine Allergie zu entwickeln oder eine Zöliakie zu bekommen, bei der man das in verschiedenen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht verträgt, lässt sich dadurch senken. Diese Form der Ernährung schließt ‚Fingerfood‘ nicht aus. Eltern können dem Säugling zusätzlich zur Beikost Brot, Gemüse oder Obst in Stückchen anbieten, sobald er sie kauen kann. So kann er Lebensmittel mit allen Sinnen erfahren und spielerisch entdecken. Und ab dem zehnten Lebensmonat sollten Eltern dazu übergehen, das Kind an den Familienmahlzeiten teilnehmen zu lassen. Wenn es dabei noch die Hilfe der Eltern braucht, können sie es dabei ruhig noch füttern.“

(BVKJ, 31.3.2017)

Rubrik: 1. Lebensjahr