Sachsen-Anhalt

Kaiserschnitt darf nicht Normalität werden

Die von der grünen Landtagsfraktion Ende April veranstaltete Filmdiskussion „Meine Narbe. Ein Schnitt ins Leben“ zeigte durch die intensive Debatte den großen Handlungsbedarf zur Stärkung der natürlichen Geburt und verdeutlichte eindrücklich, dass ein Kaiserschnitt nur vermeintlich der leichtere Weg der Geburt ist.

„Die zunehmende Zusammenarbeit der Ärzteschaft und der Hebammen, wie sie stellvertretend von Dr. Gregor Seliger von der Uni-Klinik Halle und Petra Chluppka als Vorsitzende des Landeshebammenverbandes auf dem Podium verkörpert wurde, ist für mich eine der wirklich erfreulichen Botschaften unserer Veranstaltung. Es zeigte sich: Der Runde Tisch ‚Familie und Geburt‘ trägt Früchte“, so Fraktionsvorsitzende und familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Cornelia Lüddemann.

„Um die hohe Kaiserschnittrate von etwa 30 Prozent zu reduzieren und die natürlich Geburt zu stärken, wurden verschiedene konkrete Schritte diskutiert. Mir scheint weiterhin die von Bündis 90/Die Grünen unterstütze Forderung nach einem hebammengeleiteten Kreißsaal in Sachsen-Anhalt der richtige Weg zu sein. Dafür muss das Land auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen“, fordert Lüddemann.

„Gesellschaftspolitisch halte ich es für enorm wichtig, den Wert der natürlichen Geburt verstärkt zu vermitteln. Das sollte bereits in der Schule passieren. Bereits bei jungen Mädchen kann über die Förderung eines gesunden Körperbewusstseins der Grundstein für eine selbstbestimmte und bereichernde Geburt gelegt werden. Wir müssen uns auch Gedanken über eine sinnvolle Gestaltung der Geburtsvorbereitung machen. Es braucht eine Balance zwischen der Stärkung der Frau, selbstbestimmt zu gebären, und einer offenen Vermittlung der Risiken. Gerade auch, um Frauen das Gefühl des Versagens zu ersparen, wenn die Spontangeburt nicht funktioniert“, erläutert Lüddemann weiter.

(gruene-fraktion-sachsen-anhalt.de, 28.4.2017)

Rubrik: Regionales