Thüringen

Runder Tisch „Geburt und Familie“ legt Maßnahmenplan vor

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner, nahm Ende April am achten Treffen des Runden Tisches „Geburt und Familie“ teil. Auf der Tagesordnung standen die Schwerpunkte Familienhebammen und Frühe Hilfen, die berufspädagogische Fortbildung für freiberufliche Hebammen und die Weiterbildung von Hebammen zur Praxisanleiterin.

Der Runde Tisch hat bereits konkrete Maßnahmen zur Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen von Hebammen, in der Hebammenversorgung, in der Ausbildung und für die wirtschaftliche Situation der Hebammen festgelegt:

1. Für die nächsten fünf bis zehn Jahre werden jährlich mehr Hebammen ausgebildet. Bereits im September 2017 wird ein zusätzlicher Ausbildungsgang an der Berufsbildenden Schule Gesundheit und Soziales Erfurt starten. An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena kann der Studiengang Geburtshilfe/Hebammenkunde zukünftig alle zwei Jahre – der nächste zum Wintersemester 2018 – belegt werden.

2. Um Frauen die Hebammensuche für werdende Mütter zu erleichtern, soll eine Onlineplattform geschaffen werden.

3. Eine regelmäßige Datenerhebung zur Versorgungs- und Bedarfssituation in Thüringen wird es ermöglichen, zukünftige regionale Versorgungsprobleme rechtzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

4. Interdisziplinäre Gespräche mit allen Leistungserbringern vor Ort und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst sollen zukünftig dazu beitragen, die Übergänge zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu erleichtern.

5. Zur Verbesserung der Situation der angestellt tätigen Hebammen hat sich der Runde Tisch dafür ausgesprochen, dass zukünftig ein Personalschlüssel für Hebammen in Kliniken vorgegeben werden sollte.

6. Das Gesundheitsministerium wird die landesrechtlichen Regelungen zur Hebammenversorgung (Thüringer Hebammen-Berufsordnung und Thüringer Verordnung über die Vergütung von Hebammenleistungen im Selbstzahler-Bereich) im Sinne guter Arbeitsbedingungen von Hebammen und einer wohnortnahen Versorgung mit Hebammenleistungen überprüfen.

(Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, 21.4.2017)

Rubrik: Regionales