Daten des IQTIG schlüsseln Sectioraten auf

Kaiserschnittraten in Deutschland gemäß Robson-Skala

  • Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) liefert eine genaue Aufschlüsselung der Kaiserschnittraten nach der Robson-Skala: Nach Spontangeburten ist der Sectioanteil mit vier Prozent am geringsten.

  • Die Gesamtrate an Sectiones lag 2016 in Deutschland mit 32,01 % nahezu unverändert hoch gegenüber den Vorjahren. Zum ersten Mal wurden die deutschen Sectiodaten gemäß der Robson-Klassifikation aufgeschlüsselt und veröffentlicht (IQTIG 2017). Diese Skala wurde von der WHO als Goldstandard eingeführt, um sehen zu können, mit welchen Indikationen die Sectiones begründet werden. Damit können Häufigkeiten zwischen verschiedenen Ländern und zwischen einzelnen Kliniken besser verglichen werden als über die Gesamtzahl (DHZ 8/2015).

    Dabei wird deutlich, dass die Gruppe der Frauen mit Status nach Sectio inzwischen mit fast 28 % die größte Gruppe innerhalb der Sectiones ausmacht. Die zweitgrößte Gruppe mit 18 % sind Erstgebärende am Termin mit einer elektiven Sectio. Die kleinste Gruppe mit etwas mehr als einem Prozent sind die Frauen mit Querlage, der beinahe einzigen absoluten Indikation für eine Sectio.

    Die Zahlen des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zeigen auch, wie viele Frauen innerhalb dieser Gruppe eine Sectio erhielten. 93 % aller Erstgebärenden mit Beckenendlagen erhalten beispielsweise eine Sectio, 100 % mit Querlage und in der Gruppe der Mehrgebärenden am Termin nach Spontangeburten ist der Sectioanteil mit 4 % am geringsten.

    Die Zahlen können in der Schwangerenberatung verwendet werden, um Frauen über ihr potenzielles Sectiorisiko aufzuklären.

    (IQTIG: Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2016 Geburtshilfe, Juli 2017/DHZ)

    Rubrik: Geburt