Vergleichsstudie aus den USA

Zahl an Gewalt- oder Unfallopfern in der Schwangerschaft erhöht

  • Eine Schwangerschaft birgt eine erhöhte Gefahr, durch Gewalt oder Unfall ums Leben zu kommen.

  • Der häufigste Grund für nicht geburtshilfliche Todesfälle von Frauen im reproduktiven Alter sind Traumata. Schwangere in den USA sterben fast doppelt so häufig wie Nichtschwangere nach einem Trauma und doppelt so häufig nach Gewalterfahrungen. Die Traumata wurden in gewaltbedingte (Körperverletzung und Homizid) und unfallbedingte (Verkehrsunfälle und Stürze) unterschieden.

    Für die im American Journal of Obstetrics & Gynecology veröffentlichte Studie wurden 1.148 Schwangere mit Traumata 43.608 nichtschwangeren Frauen im reproduktiven Alter (1449 Jahre) mit Traumata gegenübergestellt. Die Daten wurden aus der Pennsylvania Trauma Outcomes Study (PTOS) entnommen, deren Daten zwischen 2005 und 2015 erhoben wurden.

    Im Vergleich zu den nicht schwangeren Frauen werden Schwangere schwerer verletzt  (injury severity score 8,9 vs. 10,9, p < 0,001) und sie werden signifikant häufiger Gewaltopfer (15,9 % vs. 9,8 %). Schwangere Gewaltopfer kommen 1,6-mal häufiger beinahe tot in die Notaufnahme oder versterben nachfolgend in der Klinik als nicht schwangere Frauen. Schwangerschaft geht mit einer steigenden Mortalität sowohl durch gewaltbedingte als auch durch unfallbedingte Traumata einher.

    Ein Screening auf Gewalt und Trauma in der Schwangerschaft könnte helfen, risikobehaftete Frauen in der Schwangerschaft zu identfizieren und ihnen rechtzeitig zu helfen.

    Quelle: Deshpande NA et al.: Pregnant Trauma Victims Experience Nearly Two-Fold Higher Mortality Compared to  Their Non-Pregnant Counterparts. AJOG. im Druck, 2017. http://dx.doi.org/10.1016/j.ajog.2017.08.004  ● DHZ