Recht

Ärztin und Hebamme seit einem Jahr inhaftiert

Die 64-jährige Ärztin und Hebamme Anna R., die bei einem Aufsehen erregenden Schwurgerichtsprozess am Landgericht Dortmund zu sechseinhalb Jahren Haft und einer Schadensersatzzahlung an die Eltern eines verstorbenen Kindes verurteilt worden war, ist am 17. Dezember seit einem Jahr in Haft im geschlossenen Vollzug. Die Geburtshelferin war am 1. Oktober 2014 am Ende eines mehr als zwei Jahre andauernden Prozesses wegen Totschlags verurteilt worden. Die Revision der Verteidigung war vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe zurückgewiesen worden.

2008 war ein Mädchen bei seiner außerklinischen Beckenendlagengeburt leblos zur Welt gekommen und konnte weder von der Geburtshelferin noch vom herbeigerufenen Notarzt erfolgreich reanimiert werden. Herztöne hatte die Ärztin und Hebamme bis kurz vor der Geburt gehört, die Entwicklung des Kindes aus Beckenendlage war problemlos möglich gewesen, dennoch hatte es nicht geatmet.

Die Verteidigung und einige Sachverständige hatten bemängelt, dass wichtige Fragen zur Todesursache des Kindes unbeantwortet geblieben und notwendige Untersuchungen im Rahmen der Obduktion unterblieben waren.

Der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer Wolfgang Meyer hatte bei seiner Urteilsverkündung den Fall als einzigartig in der Rechtsprechung eingeordnet.

Quelle: Katja Baumgarten DHZ

Rubrik: Recht