Iranische Studie

Intime Partnergewalt produziert Geburtsangst

  • Negative Gefühle und physische Gewalterfahrung in der Schwangerschaft resultieren in gesteigerter Angst vor der Geburt.

  • Frauen im Iran sind während der Schwangerschaft einem steigenden Risiko für intime Gewalt durch ihren Partner ausgesetzt. Ziel der Untersuchung war es, die Häufigkeit von Gewalt gegenüber Schwangeren durch ihren Partner im Iran zu erheben und die Auswirkungen auf die Angst vor der Geburt zu untersuchen.

    Dazu zählt körperliche, sexuelle und psychologische Gewalt. Für diese populationsbasierte Studie wurden 174 Frauen aus dem Nordosten Irans aus Gesundheitszentren spätestens ab der 14. Schwangerschaftswoche gewonnen. Die Gewalterfahrungen durch den Partner, die Angst vor der Geburt, generelle Ängstlichkeit und der sozioökonomische Status wurden anhand validierter Fragebögen erfragt.

    73 % der Frauen gaben mindestens eine Gewalterfahrung während der derzeitigen Schwangerschaft an. Angst vor der Geburt wurde bei 61,5 % der Frauen belegt. Erstgebärende haben signifikant häufiger Angst vor der Geburt als Mehrgebärende (OR 12,5), während bei Mehrgebärenden, die psychologischer Gewalt ausgesetzt waren, die Angst umgekehrt proportional zur Gewalterfahrung sank (OR 0,18). Für alle Teilnehmerinnen zeigte sich aber unabhängig von der Parität, dass körperliche Gewalt zu einem Anstieg der Angst vor der Geburt führte (OR 2,47).

    Negative Gefühle und physische Gewalterfahrung in der Schwangerschaft resultieren in gesteigerter Angst vor der Geburt. Deswegen sollten Screening-Programme in die Schwangerenvorsorge besonders für Erstgebärende eingeführt werden, die immer wieder im Verlauf der Schwangerschaft sowohl nach Gewalt als auch nach Geburtsangst fragen. Eine kontinuierliche Betreuung durch Hebammen und frühe Familienhilfen könnten Schwangere vor Gewalt durch den Partner schützen.

    Quelle: Moghaddam Hossieni V et al.: Influence of intimate partner violence during pregnancy on fear of childbirth. Sexual & Reproductive Healthcare 2017. (14) 17–23. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S187757561730071X