Frankreich

Mehr Bewegungsfreiheit für Gebärende

  • Frauen in Frankreich würden von mehr Bewegungsfreiheit unter der Geburt mit einem bessern Outcome für sich und ihr Kind profitieren.

  • Ziel einer Erhebung in Frankreich war es, die gängige Praxis der französischen Hebammenarbeit in der Eröffnungs- und frühen Austreibungsperiode aufzuzeichnen. 1.496 Hebammen aus 377 Kliniken füllten dafür umfangreiche Fragebögen aus. 93 % arbeiteten an einer Klinik, 1,3 % selbstständig und 5,9 % gemischt.

    Frauen ohne PDA wurden angehalten, den Pezziball zu verwenden oder herumzulaufen. Die stehende Position mit oder ohne Unterstützung wurde der Frau nur selten angeboten. 70 % aller Frauen erhielten eine PDA. Frauen mit PDA lagen zumeist im Bett, in der Eröffnungsperiode überwiegend in Seitenlage. PDAs wurden signifikant häufiger von Hebammen in Level II-Kliniken mit mehr als 500 Geburten jährlich (75,7 %) und Level III-Kliniken mit mehr als  1.500 Geburten im Jahr (73,5 %) empfohlen als von Hebammen in Level I-Kliniken unter 500 Geburten jährlich (57,7 %).

    In der frühen Austreibungsperiode wurden sowohl Frauen mit als auch ohne PDA im Bett gelagert. Hebammen, die weniger als fünf Berufsjahre aufwiesen, bevorzugten für Frauen mit PDA häufiger Lachgas zur Schmerzlinderung und kniende Positionen als erfahrenere Hebammen.

    Die Empfehlungen der Hebammen hängen also deutlich von der Größe der Klinik ab. Französische Hebammen müssen die aufrechten Positionen und Alternativen zur PDA wieder situationsgerecht anwenden lernen.

    Quelle: Barasinski C et al. Positions during the first stage and the passive second stage of labor: A survey of French midwives. Midwifery 56 , S. 79–85 . 2018 http://www.midwiferyjournal.com/article/S0266-6138(17)30394-7/fulltext DHZ

    Rubrik: Geburt