Angeborene Herzfehler

MRT der Plazenta zeigt Herzfehler an

Fetale Herzfehler gehen zunächst mit einer gesteigerten Durchblutung der Plazenta einher, die gegen Ende der Schwangerschaft wieder abfällt und immer stärker durch regionale Störungen gekennzeichnet ist. Dies zeigen Untersuchungsergebnisse in Scientific Reports.

Herz und Plazenta versorgen den Feten mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Plazenta ist für den Nachschub zuständig, das Herz stellt sicher, dass das Blut die Ressourcen an alle Regionen des Feten transportiert. Störungen der fetalen Blutversorgung betreffen deshalb beide Organe.

Untersuchungen des Children's National Medical Center in Washington zeigen, dass sich angeborene Herzfehler auf die Durchblutung der Plazenta auswirken. Zu Beginn der fetalen Entwicklung kommt es zu einer gesteigerten Durchblutung der Schnittstelle zwischen fetalem und mütterlichem Kreislauf. Das Team um Catherine Limperopoulos vermutet einen kompensatorischen Mechanismus, der die ausreichende Versorgung des fetalen Organismus gewährleistet.

Dies gelingt jedoch mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft immer weniger. Wie die ForscherInnen anhand der Untersuchung von 48 Schwangeren zeigen, nimmt die Durchblutung der Plazenta gegen Ende der Schwangerschaft ab. Die Aufnahmen, die mit einem 1,5-Tesla-Gerät gemacht wurden, lassen zudem eine ungleichmäßige Durchblutung erkennen. Die Unterschiede, die Limperopoulos zwischen 17 Feten mit und 31 Feten ohne Herzfehler beschreibt, waren deutlich. Ob sie eine Früherkennung ermöglichen würde, lässt die Radiologin offen. Aufgrund der hohen Kosten käme eine Magnetresonanztomografie als Screeninguntersuchung kaum infrage.

Quelle: Zun Z et al.: Non-Invasive Placental Perfusion Imaging in Pregnancies Complicated by Fetal Heart Disease Using Velocity-Selective Arterial Spin Labeled MRI. Sci Rep 2017. Nov 23;7(1):16126. https://www.nature.com/articles/s41598-017-16461-8.pdf. aerzteblatt.de, 8.1.2018 DHZ