Retrospektive Kohortenstudie

Unvollständige Eihäute und postpartale Blutungen

  • Bei unvollständigen oder stark zerklüfteten Eihäuten ist das Blutungsrisiko post partum erhöht. Hier bedarf es besonderer Aufmerksamkeit im Wochenenbett.

  • Der Zusammenhang zwischen postpartalen Hämorrhagien (PPH) und unvollständiger Plazenta ist bereits bekannt. Ob es bei unvollständigen oder stark zerklüfteten Eihäuten ebenfalls zu einem erhöhten Blutungsrisiko kommt, ist bisher noch nicht ausreichend beschrieben.

    Für eine australische retrospektive Kohortenstudie wurden 31.176 Geburten aus den öffentlichen Krankenhäusern in Melbourne ausgewertet.

    Nach der genauen Festlegung von Einschluss- und Ausschlusskriterien konnten 5.718 Fälle analysiert werden. Die wurden nach kompletten, zerrissenen und unvollständigen Eihäuten und in physiologische Blutung und Hämorrhagie unterschieden.

    Bei Frauen mit kompletten Eihäuten fand sich eine Hämorrhagie in 14,8 % der Fälle, bei zerklüfteten Eihäuten in 20,2 % (Relatives Risiko/RR 1,32) und bei inkompletten Eihäuten in 25,8 % der Fälle (RR 1,7).

    Das heißt, zerrissene und inkomplette Eihäute stellen bei vollständiger Plazentageburt ein signifikant höheres, unabhängiges Risiko für postpartale Hämorrhagien dar. In der Folge sollten nun evidenzbasierte Maßnahmen für diese Fälle entwickelt werden, wie eine verstärkte Beobachtung im Wochenbett oder die Gabe von Kontraktionsmitteln.

    Quelle:

    Keating J et al.: The association between ragged or incomplete membranes and postpartum haemorrhage: A retrospective cohort study. ANZJOG 2018. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ajo.12775/full   ∙ DHZ

     

    Rubrik: Geburt