Urinretention

Akupunktur statt Katheter?

Die postpartale Urinretention kann schwerwiegende Folgen haben. Deshalb gilt der Blasenentleerung post partum eine besondere Aufmerksamkeit. Ein übliches Vorgehen ist die Untersuchung mit einem Blasen-Ultraschall-Scanner und der Katheterisierung bei zu viel Rest-Urin. Damit ist allerdings immer das Risiko der Zystitis oder der Verletzung der Blasenschleimhaut gegeben (siehe auch DHZ 5/2017, Seite 16ff.).

Für eine Fallstudie wurden 55 Frauen mit einem postpartalen Harnverhalt randomisiert. Bei allen Frauen wurde mittels Ultraschall die Restharnmenge geschätzt. Die Frauen konnten dann selbst wählen, ob sie katheterisiert oder akupunktiert werden wollten. Die Akupunktur wurde von einem erfahrenen Akupunkteur mit Ausbildung in TCM vorgenommen. 23 der 24 Frauen der Akupunkturgruppe konnten innerhalb von einer Stunde nach dem Setzen der Nadeln spontan Wasserlassen. Daneben konnte in der Kathetergruppe nachgewiesen werden, dass die Ultraschallmessung vor dem Kathteterisieren das Volumen des Blaseninhalts sehr genau bestimmen kann (r = 0,988).

Resümee für die Praxis: Die Ultraschalluntersuchung gibt eine sehr präzise Auskunft über den Blaseninhalt und bei Bedarf kann erfolgversprechend auf die Akupunktur zur Blasenentleerung zurückgegriffen werden.

Quelle:

Lauterbach R et al.: Acupuncture for the treatment of post-partum urinary retention. EJOG in press. 2018. http://www.ejog.org/article/S0301-2115(18)30039-3/fulltext DHZ

Rubrik: Geburt