Maternales Alter

40 ist das neue 35

  • Das Alter der Schwangeren, für das früher schon ab 35 ein Risiko ausgemacht wurde, kann nach oben korrigiert werden.

  • Lange galten Frauen ab 35 bereits per se als Risikogruppe. Inzwischen hat sich diese Grenze auf 40 verschoben. Für eine Registerstudie aus Dänemark wurden retrospektiv Schwangerschaftsverläufe ab der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche (SSW) bis zur Geburt oder bis zur Beendigung der Schwangerschaft ausgewertet.

    Die Frauen der Altersgruppe > 35 Jahre wurde in eine Gruppe der 35- bis 39-Jährigen und eine Gruppe der 40-Jährigen und Älteren eingeteilt. Untersucht wurden Chromosomenaberrationen, angeborene Fehlbildungen, Fehlgeburten, Totgeburten und Frühgeburten < 34 SSW.

    Bei den Schwangeren, die älter als 40 Jahre waren, erlebten fast 11 % eines oder mehrere dieser Schwangerschaftsoutcomes im Vergleich zu 5,46 % bei Schwangeren zwischen 20 und 25 Jahren (OR 2,2). Die älteren Frauen hatten ein erhöhtes Risiko für Chromosomenaberrationen (OR 3,83), Fehlgeburten (OR 1,68), und Frühgeburten < 34 SSW (OR 1,66). Doch zeigten sie kein erhöhtes Risiko für Totgeburten und angeborene Fehlbildungen.

    Bei der Risikoberechnung zeigte sich, dass ein höheres maternales Alter, die Anwendung von Sterilitätsbehandlungen, der Status als Erstgebärende beziehungsweise als rauchende oder adipöse Schwangere ihr Risiko für ein schlechteres Outcome zusätzlich erhöhte.

    Festgestellt werden kann, dass Frauen über 40 Jahre kein altersbedingt höheres Risiko für Totgeburten oder angeborene Fehlbildungen haben. Allerdings haben sie ein höheres Risiko für Chromosomenaberrrationen, Fehlgeburten und Frühgeburten < 34 SSW. Diese Erkenntnis sollte dazu führen, dass sie in der Schwangerschaft engmaschiger überwacht werden . Verschiedene Faktoren erhöhen das altersbedingte Risiko noch zusätzlich.

    Quelle:

    Frederiksen LE Ernst A et al.: Risk of Adverse Pregnancy Outcomes at Advanced Maternal Age. Obstetrics & Gynecology 2018. im Druck DHZ