Psychische Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen

5 Millionen Euro für Studie vom Bundesgesundheitsminister?

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Studie zur Untersuchung der Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs löst Streitigkeiten in der großen Koalition aus. Spahn wollte die Studiendurchführung bereits in den "Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch" integrieren, war damit aber gescheitert. Dennoch lässt er von seinem Vorhaben nicht ab und soll nun fünf Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bekommen.

Bei der Opposition und der SPD-Bundesfraktion stößt dies auf Widerstand: Hilde Mattheis, Berichterstatterin der SPD-Bundesfraktion für Frauengesundheit, bezeichnete das Vorhaben als "wissenschaftlich unsinnig" und "ideologisch motiviert". Die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Nicole Bauer, bewertete die Idee als "Zugeständnis an radikale Lebensschützer". 

Auch der eigentliche Sinn der Studie wird in die Kritik gezogen. Die Situation von Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen sei bereits „durch eine sehr umfangreiche Studienlage untersucht“. Alle seriösen Studien dazu hätten gezeigt, dass ein Post-Abortion-Syndrom nicht existiere, bemängelte der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium wies die Kritik zurück. „Die Studie ist Teil des Kompromisses zum Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche“, sagte Sprecher Hanno Kautz. „Die SPD scheint vergessen zu haben, was sie selbst vereinbart hat.“

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 11.2.2019 DHZ