Thüringen

Abgeordnete fordern bessere Bedingungen für Hebammen

Thüringer Landtagsabgeordnete der Grünen und der Linken haben sich für bessere Arbeitsbedingungen der Hebammen im Freistaat stark gemacht. Nur sie gewährleisteten eine sichere Betreuung von Frauen, Kindern und Familien während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Babett Pfefferlein mit Blick auf den Internationalen Hebammentag am 5. Mai. Strukturelle Schieflagen in der Geburtshilfe, gerade im ländlich geprägten Thüringen, müssten geändert und die Arbeitsbedingungen von Hebammen und in der Geburtshilfe verbessert werden.

Der Hebammenlandesverband (HLV) teilte dazu mit: »Leider schließen gerade in Ost- und Südthüringen geburtshilfliche Stationen, so dass Schwangere immer weitere Wege zu einer Geburtsstation einplanen müssen.« Nach den Schließungen wie etwa im vergangenen Jahr in Schleiz (Saale-Orla-Kreis) oder in diesem Jahr in Hildburghausen und Greiz seien die nächsten Kliniken zum Teil 30 bis 40 km vom ursprünglichen Standort entfernt.

Umliegende Kliniken seien weder personell noch strukturell darauf vorbereitet worden, die zusätzlichen Geburten zu betreuen. «So wandern Hebammen in andere Gebiete ab oder geben ihre geburtshilfliche Tätigkeit auf», warnt der Verband. Er sieht in der Entwicklung und Förderung wohnortnaher Geburtshilfe-Modellprojekte einen wichtigen nächsten Schritt.

Die Politik zeige sich verständnisvoll und überrascht, habe aber bisher kaum Vorschläge zu Versorgungsalternativen gemacht, so der HLV. Der Verband forderte, die Arbeitsbedingungen von Hebammen nachhaltig zu verbessern – etwa durch Veränderungen in der Personalbemessung und eine bessere Bezahlung. Zudem sollten die Thüringer Berufsordnung für Hebammen angepasst und eine Weiterbildungsverordnung entwickelt werden.

Quelle: dpa, 3.5.2021 • DHZ

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 05.05.2021