Nordrhein-Westfalen

Abschlussbericht „Runder Tisch Geburtshilfe“ vorgelegt

Der von der Landesregierung im Februar 2014 eingerichtete „Runde Tisch Geburtshilfe“ hat seinen Abschlussbericht vorgelegt. Der Bericht enthält unter anderem Handlungsempfehlungen zu den Themen Kaiserschnittrate, zur Situation der Hebammen, zum Bereich der Datenerhebung und hinsichtlich zukünftiger Versorgungsstrukturen.

„Der jetzt vorgelegte Abschlussbericht ist das Ergebnis von intensiven und teilweise kontrovers geführten Diskussionen“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens anlässlich der Veröffentlichung des knapp 100 Seiten starken Dokuments.

Das Gesundheitsministerium plant als Konsequenzen aus dem Abschlussbericht des „Runden Tisches Geburtshilfe“ unter anderem die Verbesserung der Datenlage über Schwangerschaft und Geburt (Beauftragung einer wissenschaftlicher Untersuchung) sowie die Verbesserung der Informationslage für Schwangere und werdende Eltern (auf Basis der Erkenntnisse aus der Untersuchung). Ferner wird die Weiterentwicklung von Qualitätsstandards für die Geburtshilfe durch den Verband der Hebammen und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe begleitet.

Mit dem Thema Hausgeburten hat sich der Runde Tisch ebenfalls beschäftigt. „Auch wenn es sich hier nur um einen zahlenmäßig kleinen Teil der Geburtshilfe handelt, muss die Möglichkeit der professionell begleiteten Hausgeburt weiterhin bestehen. Krankenkassen müssen bei ihren Qualitätsvorgaben die besonderen Belange der Hausgeburten berücksichtigen und mit dafür sorgen, dass ein qualitätsgesichertes Angebot der Hebammen für Frauen erhalten bleibt“, erklärte Ministerin Steffens. Ebenso dürften wirtschaftliche Rahmenbedingungen die freie Wahl des Geburtsortes nicht einschränken.

Einigkeit bestand bei den am Runden Tisch vertretenen ExpertInnen darüber, dass die Bundesregierung eine langfristig tragbare Lösung für die Haftpflichtproblematik der Hebammen und Entbindungspfleger finden muss. Keiner der aktuell diskutierten Lösungsansätze wie der Regressverzicht der Sozialleistungsträger oder die Einführung eines bürokratischen Staatsfonds biete eine nachhaltige Lösung für das Problem der drastisch steigenden Haftpflichtprämien.

(Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, 30.11.2015)

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 17.12.2015