ÄrztInnen-Liste für Schwangerschaftsabbrüche

Die offizielle Liste wächst

Die neue offizielle Liste mit ÄrztInnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, wächst allmählich weiter. Ein halbes Jahr nach dem Start haben sich 301 ÄrztInnen und andere Einrichtungen aus allen Bundesländern eintragen lassen. Weitere Anträge werden derzeit unter anderem auf korrekte Angaben überprüft und sollen in den nächsten Aktualisierungsrunden ergänzt werden. Das Verzeichnis wird monatlich auf einen neuen Stand gebracht, ÄrztInnen können sich freiwillig melden.

Die Bundesärztekammer hatte die Liste Ende Juli 2019 online gestellt. Sie ist Teil der umstrittenen Reform von Paragraf 219a des Strafgesetzbuches und soll Frauen einen leichteren Zugang zu Informationen bieten.

Auf Kritik war jedoch gestoßen, dass die Übersicht zum Start zunächst bundesweit nur 87 Einträge von Praxen und anderen Einrichtungen umfasste. Bis Anfang September 2019 stieg die Zahl der Einträge auf 215.

Der Anfang 2019 beschlossene Kompromiss der großen Koalition zum sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sieht vor, dass ÄrztInnen öffentlich machen dürfen, dass sie Abbrüche vornehmen - weitere Informationen etwa über angewendete Methoden sind aber nicht erlaubt. Dazu sollen ÄrztInnen jedoch auf der Liste Angaben machen können, ohne dass sie Gefahr laufen, gegen strafrechtliche Vorgaben zu verstoßen.

Für Frauen, die Informationen suchen, gibt es online eine Suchfunktion mit Postleitzahlen und Orten. Hinzukommen soll bald eine Umkreissuche. Praxen, Kliniken und andere medizinische Einrichtungen können außerdem Angaben dazu machen, welche Fremdsprachen bei ihnen gesprochen werden. Online abrufbar ist die Liste auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie verweist ebenfalls darauf, dass die Aufnahme für ÄrztInnen freiwillig ist. Daher sei die Liste nicht vollständig.

Quelle: dpa, 30.1.2020 DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 11.02.2020