Therapie bei Oligohydramnion

Amnion-Infusion im zweiten Schwangerschaftsdrittel

Wie effektiv ist das Auffüllen von Fruchtwasser bei vorzeitigem Blasensprung im zweiten Schwangerschaftsdrittel? Dieser Frage ging eine randomiserte Multicenter-Studie aus den Niederlanden nach. 56 Frauen mit einem Blasensprung bei einer Einlingsschwangerschaft zwischen 16+0 und 24+0 Schwangerschaftswochen sowie nachweisbarem Oligohydramnion wurden randomisiert in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt eine transabdominale Amnioninfusion, die andere Gruppe erhielt keine Therapie. Das Augenmerk lag bei der Auswertung auf der perinatalen Mortalität.

In der Amnioninfusionsgruppe lag die perinatale Mortalität bei 18 von 28 Fällen, in der Kontrollgruppe bei 21 von 28 Fällen (RR 0,86). Der Unterschied ist statistisch nicht signifikant und daher zufällig (P = 0,39).
Die Therapie der Amnioninfusion bei Blasensprung wies somit keine Vorteile auf.

Quelle: van Kempen LEM et al.: Amnioinfusion Compared With No Intervention in Women With Second-Trimester Rupture of Membranes. A Randomized Controlled Trial. Obstetrics & Gynecology 2019. 133(1): 129-136. doi: 10.1097/AOG.0000000000003003DHZ