Gemeinsamer Bundesausschuss

Anhörungen zu Versicherten­informationen zum NIPT

  • In einer Anhörung im G-BA-Unterausschuss sollen Verbände und Fachgesellschaften die Möglichkeit haben, eine Stellungnahme zu den vom IQWiG vorgelegten Versicherteninformationen zum NIPT abzugeben.

  • Die Mitglieder des Plenums des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) haben ein umfangreiches Stellungnahmeverfahren zu den geplanten Versicherteninformationen zu nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf Trisomien 13, 18 oder 21 beschlossen. Anders als üblich, sollen in einer Anhörung im G-BA-Unterausschuss Methodenbewertung mehr Verbände und Fachgesellschaften die Möglichkeit haben, eine Stellungnahme zu den vom IQWiG vorgelegten Versicherteninformationen abzugeben.

    Die Ergebnisse der Anhörung sollen dann in einen Beschluss über die Versicherteninformationen einfließen. Dies könnte, so erklärte es der Unparteiische G-BA-Vorsitzende Josef Hecken, in den Sitzungen des Plenums im Juli, August oder September soweit sein. Er betonte, dass der G-BA mit der Entscheidung weiter nicht dem Recht des Bundestages auf eine Regelung der NIPT-Tests vorgreife. Bereits im Herbst 2019 wurde der grundlegende Entschluss des G-BA getroffen, dass der NIPT in begründeten Fällen eine Kassenleistung werden soll.

    Diese Entscheidung rief Kritik hervor: Das Gremium der Selbstverwaltung stelle sich über die Entschei­dung im Bundestag, hieß es. Hecken erklärte erneut, dass der G-BA mit Beginn der Beratungen im Gremium den Mitgliedern im Bundestag bereits drei Jahre Zeit für eine weitere Beratung gegeben habe. Nach dem Beschluss im Herbst 2029 hatte das Bundesgesundheitsministerium als Rechtsaufsicht den Beschluss geprüft und nicht weiter beanstandet. Die Versicherteninformation wurde am 11. März vom IQWiG vorgelegt und hat laut G-BA mit Hilfe von 1.000 NutzerInnen geprüft, ob die Materialien als verständliche und ergebnisoffene Informationen wahrgenommen wurden.

    »Das Ergebnis: Die Versicherteninformation zum nicht-invasiven Pränataltest auf Trisomien 13, 18 oder 21 stieß auf sehr hohe Akzeptanz«, erklärt die zuständige Unterausschussvorsitzende Monika Lelgemann. »Nun wird der G-BA einem sehr großen Kreis die Möglichkeit geben, Rückmeldungen zur geplanten Information zu geben«, sagte sie weiter. Mit dieser großen Runde für eine Anhörung habe man »gute Erfahrungen« bei diesem Thema gemacht, erklärte auch Hecken.

    Quelle: aerzteblatt.de, 15.4.2021 DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 16.04.2021