Nordrhein-Westfalen

AOK-Report „Gesunder Start ins Leben“

  • Im Rheinland sind etwa 2.200 Hebammen ambulant tätig. Rein rechnerisch kommen damit 40 neugeborene Kinder auf eine Hebamme, die Frauen und ihre Familien während der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt begleitet.

  • In Nordrhein-Westfalen wird nur jede zweite Frau nach der Geburt von einer Hebamme betreut. Das geht aus dem Report „Gesunder Start ins Leben“ der AOK Rheinland/Hamburg hervor, der Ende Juni in Düsseldorf vorgestellt wurde.

    Nur 53 Prozent der Familien werden in den ersten Wochen nach der Geburt von einer Hebamme begleitet. 2012 lag diese Quote noch bei 64 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind immens: Im Oberbergischen Kreis, im Kreis Kleve und im Rhein-Sieg Kreis werden drei von vier Frauen im Wochenbett von einer Hebamme betreut; in Oberhausen, Essen, Mülheim an der Ruhr und Mönchengladbach ist es nur knapp jede Dritte.

    Zudem wird deutlich, dass es von der Lebenssituation der Frauen und Familien abhängt, ob sie Unterstützung erhalten: Frauen, die Sozialleistungen beziehen, profitieren deutlich seltener von Geburtsvorbereitungskursen, der aufsuchenden Wochenbettbetreuung und Rückbildungsgymnastik als berufstätige Schwangere und Mütter.

    Die Daten zeigen: Hebammen fehlen in der Schwangerschaftsbetreuung, in der Nachsorge und insbesondere in den Geburtskliniken. Nicht einmal jedes zweite Krankenhaus beschäftigt die in medizinischen Leitlinien empfohlene Anzahl an Hebammen.

    Die medizinische Versorgung in Geburtskliniken und Perinatalzentren ist ein weiterer Punkt im Report. Mit 4,1 Kindern je 1.000 Lebendgeborene ist die Säuglingssterblichkeit in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ hoch. Bundesweit starben rein statistisch 3,4 von 1.000 Säuglingen vor ihrem ersten Geburtstag. Deutlich niedriger ist die Rate in Finnland. Dort liegt sie bei 1,7 Kindern je 1.000 Lebendgeborene, in Norwegen bei 2,3 und in Schweden bei 2,5 Kindern.

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    Quelle: AOK Rheinland/Hamburg, 26.6.2018