Studie aus Irland

Auch Väter entwickeln postpartale Depressionen

  • Unter Anwendung der Edinburgh Postnatal Depression Scale zeigte sich bei 12 % der Väter eine postnatale Depression.

  • Die Geburt eines Kindes verändert auch die Welt des Vaters. Bisher wurden vor allem die protektiven Langzeiteffekte des Vaterseins beschrieben. Allerdings gibt es auch Belege dafür, dass dies darüber hinaus mit Stress, Angst und Depressionen verbunden sein kann. Für eine irische Studie wurden 100 Väter mit Hilfe der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS) befragt, deren Partnerinnen innerhalb der vergangenen zwölf Monate ein Kind geboren hatten. Zusätzlich wurden soziodempografische und klinische Faktoren erhoben.

    Es zeigte sich bei 12 % der Väter eine postnatale Depression, wobei der Score über 12 Punkten lag, was bei Frauen als Hinweis auf eine postpartale Depression interpretiert wird. Würde der Score auf 9 Punkte abgesenkt, wären sogar 28 % der Väter betroffen. Zu den Faktoren, die die Belastung ansteigen lassen, gehören, wie bei Frauen: Kinder mit Schlafproblemen, eine eigene Vorgeschichte mit Depressionen, fehlende soziale Unterstützung, schwache ökonomische Verhältnisse, fehlende Vaterschaftszeit und Unverheiratetsein.

    Das bedeutet, dass in Zukunft die Unterstützung und Betreuung der Väter in die postnatale Zeit mit eingebunden werden sollte.

    Quelle: Frank L, Corcoran P: Paternal Postnatal Depression in Ireland: Prevalence and Associated Factors’. Midwifery Journal, in press 2017. http://www.midwiferyjournal.com/article/S0266-6138(17)30308-X/fulltext / DHZ

     

    Rubrik: Wochenbett

    Erscheinungsdatum: 30.10.2017