Bundesministerium für Gesundheit

Ausschreibung zur Schwangerschaftsabbruch-Studie

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Ausschreibung für eine umstrittene Schwangerschaftsabbruch-Studie gestartet. Fünf Millionen Euro stehen dafür bereit.

Bis zum 11. November hatten interessierte ExpertInnen und ForscherInnen die Möglichkeit, zunächst Beschreibungen ihrer Vorhaben abzugeben. Die Anträge müssen erst später gestellt werden. Nach Angaben der Bekanntmachung sollen die Projekte in der ersten Jahreshälfte 2020 starten und bis zu drei Jahre laufen.

Ziel der Fördermaßnahme sei es, bezogen auf die spezifische Situation in Deutschland weitergehende wissenschaftlich basierte Erkenntnisse zu maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Erleben und die Verarbeitung einer ungewollten Schwangerschaft, zur Versorgungssituation und zu den Bedarfen betroffener Frauen zu erlangen. Die im Rahmen der Fördermaßnahmen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen zukünftig auch genutzt werden, um die Beratungs- und Unterstützungsangebote für die betroffenen Frauen weiterzuentwickeln mit dem Ziel, die Frauen in dieser schwierigen Lebenssituation bestmöglich zu unterstützen. Zwei Module seien für die Studie vorgesehen. Im ersten Modul solle unter anderem untersucht werden, „welche vulnerablen Gruppen es für das Auftreten einer ungewollten Schwangerschaft und die Entwicklung von psychosozialen Problemlagen einschließlich psychischer Belastungen gibt“. Modul 2 befasst sich mit der Analyse der medizinischen Versorgungssituation zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs.

Die Studie wird als Geldverschwendung und überflüssig kritisiert, da sie keine neuen Erkenntnisse bergen werde, heißt es von ExpertInnen.

Quelle: Gerechte Gesundheit, 21.10.2019; DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 13.11.2019