Stimmbildung

Babys lieben Baby-Gebrabbel über alles

  • Auch wenn Erwachsene häufig in höhere Tonlagen verfallen, wenn sie mit Babys kommunizieren: Das Gebrabbel von Altersgenossen scheint sie mehr anzusprechen.

  • Bei nicht wenigen Erwachsenen steigt die Stimme, sobald sie mit einem Baby sprechen. Babys scheinen das Gejauchze anderer Babys in tieferen Tonlagen vorzuziehen. Das geht zumindest aus einer amerikanisch-kanadischen Untersuchung hervor: Die Kinder lauschten dabei ihren Altersgenossen um 40 Prozent länger als erwachsenen Stimmen, berichtete die Psychologin Prof. Dr. Linda Polka von der McGill University in Montreal, Kanada, Anfang Mai auf der Jahrestagung der Amerikanischen Akustikgesellschaft in Minneapolis.

    Polka und ihr wissenschaftliches Team hatten fünf Monate alten Säuglingen am Computer erzeugte Laute vorgespielt, deren Klangbilder denen von Erwachsenen oder aber denen von Gleichaltrigen entsprachen. Die Babys saßen dabei vor einem Bildschirm, auf dem ein Schachbrettmuster abgebildet war. Indem sie den Kopf vom Bildschirm abwendeten, konnten die Babys den Sound abstellen. Das «Bababa» anderer Säuglinge faszinierte sie dabei am meisten. Weitere Tests mit siebenmonatigen Kindern bestätigten die Vorliebe für den Sound von Altersgenossen.

    Mütter und Väter sollten trotzdem nicht aufhören, in hoher Stimme mit ihrem Nachwuchs zu reden und zu brabbeln, betont Polka. Der spezielle Resonanzboden der kleinen Körper wirke offenbar besonders stark stimulierend und löse manchmal positive Gefühle aus.

    «Das könnte Kinder motivieren, selbst vokal aktiv zu sein.» Letztlich unterstütze dies womöglich die Entwicklung des Sprechens.

    Quelle: dpa, 9.5.2018 ∙ DHZ

    Rubrik: 1. Lebensjahr