Hämorrhagie

Blutungsmanagement zu verschiedenen Tageszeiten

  • Postpartale Blutungen werden laut einer Studie nachts genauso sicher behandelt wie tagsüber.

  • Unterscheidet sich der Umgang mit postpartalen Blutungen, je nachdem ob sie tagsüber oder nachts auftreten? Um dies zu untersuchen, wurden Daten einer Sekundäranalyse aus einer Multicenterstudie mit mehr als 115.000 Mutter-Kind-Paaren in Chicago, USA, ausgewertet.
    Als Blutungsgrenze wurden 500 ml bei vaginalen Geburten und 1.000 ml bei Sectiones festgelegt. Die Nacht wurde als Zeitraum zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens definiert.

    34,2 % der 7.917 Frauen mit Hämorrhagien gebaren in der Nacht. Sie waren im Schnitt etwas jünger, schlanker, häufiger Erstgebärende, hatten häufiger Hypertonien und benötigten häufiger eine PDA. Zudem gebaren sie häufiger vaginal. Unter Beachtung aller Zusatzfaktoren zeigte sich, dass die maternale Morbidität während des Tages und in der Nacht vergleichbar war (15,5 % vs. 17,5 %). Weitere Faktoren, wie beispielsweise das Zeitfenster der Gabe von Uterotonika, unterschieden sich zu beiden Tageszeiten und je nach Geburtsmodus nicht.

    Letztlich zeigte sich, dass postpartale Blutungen nachts genauso sicher behandelt werden wie tagsüber. Es ergeben sich aus der Tageszeit des Geschehens keine Unterschiede in der maternalen Morbidität.

    Quelle: Yee L et al.: Daytime Compared With Nighttime Differences in Management and Outcomes of Postpartum Hemorrhage. Obstetrics & Gynecology 2019. 133(1): 155-162DHZ

    Rubrik: Geburt

    Erscheinungsdatum: 08.01.2019