Deutscher Hebammenverband e.V.

Bundesrat fordert bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen

Der Bundesrat hat in einer Entschließung (Drucksache 544/19) die Bundesregierung dazu aufgefordert, zeitnah mit einem Gesetzentwurf die Geburtshilfe im Krankenhaus zu stärken.

Dazu zählt ein verbesserter Betreuungsschlüssel während der Geburt. Bei fast der Hälfte aller Geburten betreut eine Hebamme zwei Gebärende gleichzeitig. Zu Stoßzeiten und/oder bei Personalknappheit steht eine Hebamme bis zu fünf Gebärenden parallel bei.

Diese sehr schlechte Betreuungsquote unterläuft auch wissenschaftliche Erkenntnisse der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften (AWMF), die eine Eins-zu-eins-Betreuung während der Geburt empfiehlt.

Der Bundesrat fordert die Bundesregierung darüber hinaus erneut auf zu prüfen, analog zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, die Personalkosten für jede zusätzliche Hebammenstelle im Kreißsaal und die Tarifsteigerungen für angestellte Hebammen zu refinanzieren. Ergänzend soll auch geprüft werden, inwieweit die Hebammenpersonalkosten in den Krankenhäusern in die neuen, ab 2020 geltenden Pflegebudgets integriert werden können. Ab dem nächsten Jahr werden die Diagnosis Related Groups (DRG) um die Pflegepersonalkosten bereinigt. Den Krankenhäusern werden dann nur die tatsächlich anfallenden Kosten für die Pflege erstattet und nicht mehr, wie bisher, in den sogenannten Fallpauschalen mit anderen Kosten, beispielsweise für Arztstellen, verrechnet.

Dazu Ulrike Geppert-Orthofer: „Die Sonderstellung der Hebammen in den Krankenhäusern muss beendet werden. Sie leisten genauso engagiert und gewissenhaft ihren Dienst wie das Pflegepersonal, die Therapeutinnen und Therapeuten oder auch die Ärztinnen und Ärzte. Insofern ist die Integration der Hebammen in die Pflegebudgets überfällig.“

Um die flächendeckende Versorgung in der Geburtshilfe nicht weiter zu gefährden, hat der Bundesrat die Bundesregierung auch aufgefordert, zeitnah eine Evaluation des Sicherstellungszuschlags vorzulegen. Dies wurde bereits im Juni 2018 auf der 91. Gesundheitsministerkonferenz beschlossen. Die Evaluation soll der Frage nachgehen, ob das Niveau der Sicherstellungszuschläge die steigenden Haftpflichtprämien für die freiberuflichen Hebammen auffängt.

Quelle: DHV, 5.12.2019

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 11.12.2019