Anwendung der Genschere bei Babys

Chinesische Regierung will Arzt bestrafen

Die Regierung in China will einen für eine Genmanipulation an Babys verantwortlichen Arzt bestrafen. Ermittler in der Provinz Guangdong seien zu dem Schluss gekommen, dass der Mediziner gegen Gesetze verstoßen habe, als er die Gene von Zwillingen mithilfe der sogenannten Genschere CRISR-Cas9 veränderte, damit sie das Aids-Virus abwehren können. Er habe das Experiment ohne Hilfe von außen organisiert und finanziert und dabei gegen die Ethik und die Integrität wissenschaftlicher Forschung verstoßen.

Der Arzt hatte die Genveränderungen nach eigenen Angaben bei künstlichen Befruchtungen vorgenommen. Danach kamen Zwillinge zur Welt, ein drittes Kind ist seinen Angaben zufolge noch unterwegs. In fünf weiteren Fällen kam es zu keiner Befruchtung. China verlangte unmittelbar nach Bekanntgabe der Behandlung ein sofortiges Ende solcher Experimente.

Die staatliche Nachrichtenagentur Chinas Xinhua berichtete, alle drei Kinder sollten unter Beobachtung bleiben. Offen blieb, gegen welche chinesischen Gesetze der Arzt verstoßen hatte.

 

International besteht ein wissenschaftlicher Konsens darüber, Genveränderungen an Menschen künftigen Generationen vorzubehalten.

Die Weltgesundheitsorganisation forderte, es müsse klare Richtlinien und strikte Kontrollen für Genveränderungen geben.

Quelle: dpa 21.1.2019 DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 23.01.2019