Baden-Württemberg

Ein Drittel weniger Frühgeburten in der Pandemie

Die Zahl der Frühgeburten ist nach Angaben eines Kinderarztes in der Pandemie um im Schnitt ein Drittel zurückgegangen. »Der Verzicht auf soziale Kontakte, gesünderes Leben, stressfreieres Arbeiten im Home-Office während des Lockdowns haben dazu geführt, dass Schwangerschaften länger gehalten haben«, sagte Jochen Meyburg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am RKH Klinikum Ludwigsburg. An der Heidelberger Uniklinik betrug dieser Wert ihm zufolge sogar 50 %. Studien aus Dänemark, Irland und den Niederlanden bestätigten dies.

Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 60.000 Frühgeborene zur Welt. Die allerkleinsten in der 22. Woche mit weniger als 500 Gramm Geborenen haben laut Meyburg geringe Überlebenschancen. In Ludwigsburg sterben ein bis drei von jährlich 50 bis 60 sehr kleinen Frühchen unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht – bei 2.600 Geburten im Jahr. »Wir sind da in einem Grenzbereich, in dem das Ärzteteam mit den Eltern spricht, ob eine Therapie im Blick auf mögliche Behinderungen des Kindes sinnvoll ist«.

Quelle: dpa, 31.10.2022 · DHZ

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 08.11.2022