Deutscher Hebammenverband

Eine gewaltfreie Geburt ist Frauenrecht

Das Recht von Frauen, selbst über sich und ihren Körper zu bestimmen, bekommt aktuell neue Bedeutung durch die Debatte zu Gewalt und Traumatisierungen in der Geburtshilfe. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) weist seit Jahren darauf hin, dass Eingriffe den natürlichen Geburtsverlauf stören und eine Körperverletzung darstellen, wenn sie ohne medizinische Notwendigkeit und Aufklärung erfolgen. Frauen können diese Eingriffe dann als Gewalt erleben. Unachtsamkeit von Hebammen und ÄrztInnen, die als verbale Entgleisung oder körperlich übergriffig empfunden werden, haben ihre Ursache häufig in schlechten Arbeitsbedingungen, Personalmangel oder fehlender Zeit für gute Kommunikation. Der DHV fordert politische Maßnahmen, die die Arbeitssituation von Hebammen und die Situation in der Geburtshilfe nachhaltig verbessern.

„Wir Hebammen verstehen uns als Anwältinnen von Frauen“, betont Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des DHV. Hebammen unterstützen Frauen bei der Wahrnehmung ihrer Interessen und bei einer selbstbestimmten Geburt. In den Kreißsälen gehen Hebammen dafür häufig an ihre Grenzen. Trotzdem berichten Frauen immer wieder von Gewalterfahrungen während der Geburt. Schlechte Arbeitsbedingungen, Personalmangel oder fehlende Zeit für gute Kommunikation und Partizipation während der Geburt können die Ursache für unachtsames Verhalten von Hebammen und ÄrztInnen sein.

Der DHV fordert politische Maßnahmen, die die Arbeitssituation von Hebammen und die Situation in der Geburtshilfe nachhaltig verbessern. Die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung rund um die Geburtshilfe und die freie Wahl des Geburtsortes müssen sichergestellt werden. Dazu sollten zuerst die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen von Hebammen sowie ihre Vergütung verbessert werden. In den Kliniken sollte die intensive Betreuung einer Frau während der Geburt durch eine Hebamme Standard sein.

Quelle: DHV, 6.3.2018