Retrospektive Kohortenstudie

Geburtseinleitungen bei Müttern mit Adipositas

Da immer mehr Schwangere adipös sind, häufen sich notwendig erscheinende Geburtseinleitungen und nachfolgende Sectiones.

In einer retrospektiven Kohortenanalyse des Townsville Hospital and Health Service, Australien, wurden alle Einlingsgeburten am Termin und in Schädellage ausgewertet. Aus der Kohorte mit 1.543 Frauen hatten 678 einen normalen BMI (18.00–24.99), 370 waren übergewichtig (25.00–29.99) und 495 waren adipös (> 30).

Die adipösen Schwangeren zeigten signifikant häufiger einen unreiferen Muttermundsbefund mit einem Bishop-Score < 5 (OR 1,5). Die Einleitungen gelangen entsprechend seltener (OR 1,6) und die Sectiorate stieg signifikant an im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen (OR 1,1).

Das Ergebnis bestätigt Studienergebnisse, die bei adipösen Frauen eine längere Schwangerschaftsdauer beobachteten. Die gezielten Einleitungen zur Vermeidung hypertropher Kinder stoßen dann relativ häufig auf unreife Zervixbefunde mit den beobachteten Folgen.

Quelle: Little J, Nugent, R, Vabgaveti V: Influence of maternal obesity on Bishop Score and failed induction of labour: A retrospective cohort study in a regional tertiary centre. ANZJOG. 23 May 2018. https://doi.org/10.1111/ajo.12830 ∙ DHZ

Rubrik: Geburt