Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit

Embrytox veröffentlicht neues Informationsblatt

  • Embryotox verweist auf die Wichtigkeit solider Quellen und geeigneter Ansprechpartner bei medikationsbezogenen Fragen in der Schwangerschaft.

  • Im Rahmen des fünften Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland hat Embryotox, das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité, ein Informationsblatt zur Arzneimitteltherapie für Frauen im gebärfähigen Alter sowie in Schwangerschaft und Stillzeit veröffentlicht.

    Viele Frauen wollen in der Schwangerschaft generell auf Medikamente verzichten. Das ist aber nicht sinnvoll, heißt es in dem Informationsblatt. »Denn auch eine unzureichend behandelte Erkrankung der Mutter kann die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen.« Trotzdem sei stets abzuwägen, ob eine medikamentöse Behandlung wirklich nötig ist. Generell stünden aber für fast alle Erkrankungen in Schwangerschaft und Stillzeit verträgliche Medikamente zur Verfügung. »Diese sollten auch bevorzugt werden, wenn Sie nicht schwanger sind, eine Schwangerschaft aber nicht mit Sicherheit auszuschließen ist. Dies gilt also für alle Frauen im gebärfähigen Alter«, rät Embryotox.

    Darüber hinaus verweist Embryotox auf die Wichtigkeit solider Quellen und geeigneter Ansprechpartner bei medikationsbezogenen Fragen. Bei chronischen Erkrankungen sei die betreuende Facharztpraxis einzubeziehen. Apotheker:innen als Ansprechpartner:innen sind insbesondere in Bezug auf rezeptfrei erhältliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel genannt. Für komplizierte Fragen könnten Patientinnen auf die Informationsstellen Embryotox an der Berliner Charité oder Reprotox am Universitätsklinikum in Ulm zurückgreifen. Diese seien auch geeignete Anlaufstellen, wenn Schwangere fürchten, riskante Medikamente eingenommen zu haben.

    Quelle: pharmazeutische-zeitung.de, 11.07.2022 ∙ DHZ

    Rubrik: Schwangerschaft

    Erscheinungsdatum: 02.08.2022