TK-Report

Erkranken Kinder nach Kaiserschnitt häufiger?

  • Die Datengrundlage im TK-Kindergesundheitsreport auf einen Blick

  • Risikoerhöhung für häufige Erkrankungen bei Sectiokindern in Prozent

  • Risikoerhöhung für häufige Erkrankungen bei Frühgeborenen in Prozent

  • Kaiserschnittkinder haben mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Das zeigt der Kindergesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Für den Report hatte die TK die Abrechnungsdaten von 38.853 Kindern, die im Jahr 2008 geboren wurden, ausgewertet. Die Analyse umfasst den Zeitraum von 2008 bis 2016.

    Demnach ist für Kaiserschnittkinder das Risiko für eine chronische Bronchitis in den ersten acht Lebensjahren fast 10 % erhöht. Das Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen ist um 9 % erhöht, das Risiko für ADHS um 16 %. Der Report zeigt ebenfalls Auffälligkeiten beispielsweise bei Ernährungsproblemen (11 % höheres Risiko), Magen-Darm-Erkrankungen (7 %) und Adipositas (36 %).

    „In der Praxis sollten Kinderärzte und Eltern bei Kaiserschnittkindern genauer hinschauen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern“, so Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements. Es sei deshalb hilfreich, wenn KinderärztInnen das gelbe Kinder-Vorsorgeheft auf Hinweise zu einer Kaiserschnittgeburt prüfen würden, um dadurch besser auf spezifische Probleme achten zu können.

    Neben dem Blick auf Zusammenhänge von Kaiserschnitt und Kindergesundheit hat der TK-Report auch Effekte auf frühgeborene Kinder untersucht. Verglichen mit reifgeborenen Kindern haben sie ein deutlich höheres Krankheitsrisiko, zum Beispiel für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen (44 %), Sehbeeinträchtigungen (33 %) und akute Erkrankungen der unteren Atemwege (14 %). 

    Der TK-Kindergesundheitsreport steht zum Download unter > www.tk.de, Suchnummer 2061920, bereit.

    Quelle: Die Techniker, 4.9.2019 DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 10.09.2019